Laschet warnt vor Engpässen bei Impfstoff-Lieferungen

Von dpa
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Bund aufgefordert, ausreichend Impfstoff für den Sommer zu beschaffen. Die Impfkampagne laufe nur so lange weiter, wie für Nachschub gesorgt werde, sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Mittwoch nach dem Besuch des Impfzentrums in Düsseldorf. Der Bund müsse „alles dafür tun, damit es im Sommer keine Dellen oder Ausfälle gibt.“

Zum Beginn der Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sagte Laschet: „Wenn Impfstoff knapp wird und man eine Gruppe priorisiert, fehlt er woanders.“ Zunächst aber müsse die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech/Pfizer durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA und die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abgewartet werden.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen - über die Umsetzung wollen am Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Empfehlung vor. Laschet sagte, NRW werde sich an die Empfehlungen der Stiko halten.

In Nordrhein-Westfalen seien inzwischen mehr als zehn Millionen Erstimpfungen erfolgt, sagte Laschet. Jeder Zweite ab 16 Jahren sei in dem bevölkerungsreichsten Bundesland inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Bei den Menschen ab 60 Jahren sei eine Impfquote von fast 80 Prozent erreicht worden.

In den nächsten Wochen und Monaten werde aber noch „viel Geduld“ bei der Impfaktion gebraucht, so Laschet. Denn aktuell stünden mehr Zweit- als Erstimpfungen an. Auch die Aufhebung der Priorisierung werde daran nichts ändern. „Denn der Impfstoff ist immer noch Mangelstoff. Es immer noch zu wenig Impfstoff da.“ Alles was das Land vom Bund erhalte, werde unmittelbar verimpft, betonte Laschet. Viele Menschen könnten noch vor den Sommerferien einen Impftermin vereinbaren, aber nicht jeder werde noch vor den Ferien geimpft werden können. „Wir sind noch in der Mangelsituation.“