Laser gegen Blutvergiftung: 50 Millionen für Leibniz-Zentrum

Von dpa 07.07.2021, 15:55
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung. Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Berlin/Jena (dpa/th) - - Für schnellere Diagnosen von Infektionskrankheiten setzt das Bundesforschungsministerium auch auf künstliche Intelligenz und optische Technologien wie Laser. Das Ministerium fördert daher den Aufbau eines Leibniz-Zentrums für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) in Jena mit zunächst 50 Millionen Euro, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Insgesamt seien bis zur Fertigstellung des Zentrums im Jahr 2027 rund 124 Millionen Euro vorgesehen. Die im LPI entwickelten Technologien sollen dann Nutzern aus Forschung, Industrie und Medizin zur Verfügung stehen.

In Jena sei zuletzt etwa ein laserbasierter Schnelltest für Blutvergiftungen entwickelt worden, dessen Ergebnis bereits nach drei Stunden statt bisher nach mehreren Tagen vorliege, sagte Karliczek. „Bei einer lebensbedrohlichen Infektion kann genau diese Beschleunigung den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.“ Durch das Zentrum sollen solche neuen Verfahren und Methoden nun so entwickelt werden, dass sie baldmöglichst breit zur Bekämpfung von Krankheiten angewandt werden können. „Vielleicht auch, um den Verursacher einer neuen Pandemie dann direkt in Schach zu halten“, betonte Karliczek mit Blick auf die Corona-Pandemie.