Letzte FFH-Gebiete in Niedersachsen: Kurz vor der Sicherung

Von dpa

Hannover - Die rechtliche Sicherung der letzten Naturschutzgebiete von europäischem Rang in Niedersachsen steht kurz vor dem Abschluss. Handlungsbedarf bei den sogenannten FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat) gebe es noch in den Landkreisen Osnabrück und Leer, teilte das Umweltministerium in Hannover am Freitag mit. Im Fall des Landkreises Osnabrück stehe das Ministerium in engem Austausch zum abschließenden Vorgehen, eine Weisung stehe hier nicht zur Debatte.

Anders sei es im Fall des Kreises Leer, wo der Kreistag zuletzt Änderungen in der Schutzgebietsverordnung erlassen hatte, die eine neue Öffentlichkeitsbeteiligung nötig gemacht hätten. Das Ministerium habe dem Landkreis deutlich signalisiert, dass es eine erneute Verzögerung nicht akzeptieren werde, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Der Landkreis Leer werde daher nach Prüfung der Unterlagen zeitnah angewiesen werden, die Sicherung für das Fehntjer Tief umzusetzen.

Noch im Februar fehlten 33 der 385 FFH-Gebiete, woraufhin das Ministerium angewiesen hatte, die Sicherungen bis Mitte Juli vorzunehmen. Niedersachsen hat als einziges Bundesland die Ausweisung dieser EU-Naturschutzgebiete noch nicht vollständig rechtlich gesichert. Wegen eines laufenden EU-Verfahrens drohen Deutschland hohe Strafzahlungen.

Die FFH-Gebiete dienen dem Schutz gefährdeter Lebensräume, Tiere und Pflanzen. In Niedersachsen umfassen sie rund 325.000 Hektar Land - und damit sieben Prozent der Landesfläche. Ein Großteil davon ist gleichzeitig Vogelschutzgebiet. Zusammen mit marinen Bereichen umfassen die niedersächsischen FFH-Gebiete sogar rund 610.000 Hektar.