Linke fordert Bildungsgipfel noch im Sommer

Von dpa 07.06.2021, 15:18

Schwerin - Die Linke geht mit der Bildungspolitik der Landesregierung erneut hart ins Gericht. Die Corona-Pandemie habe schon länger bestehende Defizite wie unzureichende Personalausstattung und Rückstände bei der Digitalisierung deutlich zu Tage treten lassen. Zudem seien durch den Ausfall des Präsenzunterrichts erhebliche Bildungslücken entstanden. „Wir brauchen ein Konzept für Schule nach der Pandemie. Was bisher vorliegt, ist Stückwerk“, sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg am Montag in Schwerin.

Sie kündigte für die am Mittwoch beginnende dreitägige Landtagssitzung einen Forderungskatalog für notwendige Anpassungen und Reaktionen auf die Pandemiefolgen für Kinder an. Dies gehe weit über den Bereich Schule hinaus. Bis spätestens 31. Juli solle zudem in einer großen Bildungskonferenz beraten werden, welche Sofortmaßnahmen zu ergreifen sind. Das Bündnis für gute Bildung habe bereits Vorschläge gemacht, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll.

Oldenburg bezifferte den coronabedingten Ausfall des Präsenzunterrichts in diesem Jahr auf 86 Tage. Eine offizielle Ausfallstatistik sei nicht geführt worden. Der eingeschränkte Unterricht habe bei vielen Schülern Wissensdefizite hinterlassen. „Mit Nachholprogrammen über die Sommerferien sind die Lücken nicht zu füllen“, sagte Oldenburg.

Nach ihren Angaben wollen viele Schüler daher die Klasse freiwillig wiederholen. Die Quote sei doppelt so hoch wie noch 2019. „Wenn ein Fünftel der Schüler diesen Weg geht, bräuchten wir 2000 Lehrer extra“, sagte Oldenburg, ließ aber offen, worauf sich die Annahme einer solch hohen Zahl von wiederholungswilligen Schülern gründet. Doch planten Schulen bereits zusätzliche sechste Klassen zu eröffnen, um den Wunsch nach einem Wiederholungsjahr erfüllen zu können, sagte die Oppositionspolitikerin.