Linke-Fraktion fordert Bodenfonds für Agrarflächen

Von dpa
Sanfte Hügel mit Agrarflächen unter blauem Himmel in Brandeburg.
Sanfte Hügel mit Agrarflächen unter blauem Himmel in Brandeburg. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Potsdam - Die Linke-Fraktion im Brandenburger Landtag hat die Einrichtung eines öffentlich verwalteten Bodenfonds gefordert, um die Spekulation mit landwirtschaftlichen Flächen einzudämmen. „Die Zahlen sprechen für sich: Nach den aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Pachtpreise für Landwirtschaftsflächen in Deutschland von 2010 bis 2020 um 62 Prozent gestiegen“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Domres, am Dienstag. Im gleichen Zeitraum hätten sich die Kaufpreise für Ackerland vervierfacht.

„Diese Preise können ortsansässige Landwirte oft nicht mehr zahlen“, klagte Domres. Stattdessen würden die Flächen immer häufiger von Betrieben übernommen, die oftmals branchenfremden Unternehmen angehörten. Der Anteil dieser Betriebe, die zu einer Unternehmensgruppe gehören, beträgt nach Angaben des Statistikamtes in Ostdeutschland inzwischen 48 Prozent, in Westdeutschland sind es nicht einmal 26 Prozent.

In den Bodenfonds müssten nicht nur die landeseigenen Agrarflächen mit einer Gesamtgröße von rund 30 000 Hektar einbezogen werden, sondern auch die vom Bund verwalteten 31 000 Hektar von ehemaligen volkseigenen Betrieben, forderte Domres. Eine öffentliche Landgesellschaft sollte die Flächen dann zu fairen Marktpreisen insbesondere zur Förderung einer regional verwurzelten Landwirtschaft sowie an Junglandwirte vergeben.