Linke: Kein Bedarf für Elektroschockwaffen bei Polizisten

Von dpa 09.07.2021, 07:24
Ein Polizeibeamter demonstriert einen Schuss mit einem Distanzelektroimpulsgerät.
Ein Polizeibeamter demonstriert einen Schuss mit einem Distanzelektroimpulsgerät. Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration

Erfurt - Die Linke-Fraktion im Landtag sieht angesichts geringer Einsatzzahlen keinen Bedarf an einer vermehrten Ausstattung von Thüringer Polizisten mit Elektroschockgeräten. Nach einer Antwort des Innenministeriums auf eine Linke-Landtagsanfrage dazu hat es im vergangenen Jahr keinen einzigen Einsatz der Landespolizei gegeben, bei dem ein solches Gerät zur Anwendung kam oder dies angedroht wurde. Gleiches gelte für das Jahr 2019. Die bislang letzten beiden Einsätze dieser Waffen hätten sich im Jahr 2018 ereignet. „Ein Einsatz in der Fläche der Polizei wäre unverhältnismäßig, nicht zuletzt wegen der fehlenden medizinischen Begleitung“, sagte der Linke-Innenpolitiker Steffen Dittes der Deutschen Presse-Agentur.

In Thüringen sind nur die Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes, die vor allem gegen besonders gewaltbereite Tatverdächtige eingesetzt werden, mit dieser Waffe - englisch: Taser - ausgerüstet. Taser verschießen entweder kleine Pfeile, an denen dünne Kabel befestigt sind, über die Elektroimpulse übertragen werden. Oder sie werden aus kürzester Entfernung direkt auf den Körper des Angreifers aufgesetzt. In der Vergangenheit hatte es in der Landespolitik immer wieder Diskussionen darüber gegeben, ob nicht etwa auch Streifenpolizisten des Landes mit Tasern ausgestattet werden könnten.