Löffler: „Politische Bildung notwendiger denn je“

Seit 30 Jahren setzt sich die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, für Dialog und Aufklärung ein. Wenn es sie nicht schon gäbe, müsse man sie erfinden, ist Direktor Löffler überzeugt.

Von dpa 05.07.2021, 05:18

Mittweida/Dresden - Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung will künftig verstärkt auf digitale Formate setzen. „Wir haben viel gelernt im Zuge der Corona-Krise“, sagte Direktor Roland Löffler der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr habe es mehr als 220 Web-Talks gegeben, über einen Online-Dialog können sich Menschen zudem über aktuelle Themen austauschen. Um die junge Zielgruppe zu erreichen, arbeitet die Landeszentrale zudem mit Youtubern zusammen. „Den Weg wollen wir in den nächsten Jahren konsequent fortsetzen.“

Ein Rückblick auf die vergangenen Jahre und einen Ausblick auf die Zukunft gibt die Einrichtung an diesem Montag in ihrer digitalen Jubiläumsveranstaltung zum 30. Geburtstag, die über Livestream via Facebook und Youtube verfolgt werden kann. Im TV-Studio der Hochschule Mittweida sind dafür neben Direktor Löffler auch Sachsens Justizministerin Katja Meier (Grüne) sowie der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Geplant ist auch eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der politischen Bildung mit Blick auf Digitalisierung und Strukturwandel.

Nach Ansicht des Chefs der Landeszentrale ist politische Bildung in diesen Zeiten notwendiger denn je. „In einer sehr komplizierten Welt braucht es Einrichtungen, die Informationen filtern, aufbereiten, denen Überparteilichkeit und Unabhängigkeit zugestanden wird.“ Die Landeszentrale könne Menschen und Träger vernetzen, Impulse geben und die breite Bevölkerung ansprechen, um so einen Beitrag zum Dialog in der Gesellschaft zu leisten. Wenn es die Landeszentrale nicht gäbe, müsste man sie erfinden, so Löffler.

Die Landeszentrale wurde 1991 gegründet, seither hat sie mehr als 9000 Veranstaltungen organisiert - von Vorträgen über Lesungen, Exkursionen, Bildungsreisen und Webtalks. Den Angaben zufolge nahmen mehr als 435 00 Menschen teil.

„Auch in den kommenden Jahren werden wir uns gesellschaftlichen Konflikten stellen“, versprach Löffler. Nach der Pandemie gehe es nun auch wieder um den direkten Austausch mit den Menschen vor Ort, auf dem Land und in der Stadt. Die Landeszentrale registriert eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. Das hätten zahlreiche Debatten gezeigt. Demokratische Spielregeln in der Diskussion zu vermitteln und nicht mit „Krawall aufeinander loszugehen“, sieht die Landeszentrale auch als eine Aufgabe. Dazu gehöre, ausreden zu lassen und auch mal die Perspektive zu wechseln. „Wir glauben daran, dass in einer Demokratie auch schwierige Konflikte friedvoll im Gespräch gelöst werden können.“