Mann räumt Attacke im Vollrausch auf Zufallsopfer ein

Von dpa
Abbildungen der Justitia an einer Scheibe am Eingang zu einem Gericht.
Abbildungen der Justitia an einer Scheibe am Eingang zu einem Gericht. Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Hildesheim - Ein 26-jähriger Mann aus Peine hat vor Gericht eingeräumt, im starken Rauschzustand zwei ihm unbekannte Frauen angegriffen und schwer verletzt zu haben. Der Angeklagte habe sich zum Prozessauftakt geständig eingelassen, sagte Steffen Kumme, Sprecher des Landgerichts Hildesheim. Der Mann steht seit Mittwoch vor Gericht, weil er für den Angriff vorsätzlich sehr viel Alkohol getrunken und Medikamente eingenommen haben soll, um schuldunfähig zu werden. (Az.: 12 Ks 17 Js 48949/20)

In diesem Zustand soll der Angeklagte im Dezember 2020 die beiden Frauen in Peine attackiert haben. Auf einem Parkplatz soll er laut Anklage eine Frau, die gerade aus einem Fahrzeug stieg, zu Boden gerissen und ihr wuchtige Tritte gegen Oberkörper und Kopf versetzt haben. Die andere Frau soll er aus dem Fahrzeug herausgezogen, zu Boden geworfen und ebenfalls stark getreten haben - beide erlitten ein Schädelhirntrauma und Gesichtsfrakturen.

Der Angeklagte ließ laut Gerichtssprecher erklären, dass er die vorgeworfene Tat begangen habe, sich an Details oder eine mögliche Motivation jedoch nicht erinnern könne. Aus Sicht der Anklage hatte er das Ziel, die Frauen zu töten. Erst als er davon ausging, dafür alles getan zu haben, soll er von den regungslos am Boden liegenden Opfern abgelassen haben. Der Mann wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Am ersten Verfahrenstag habe der 26-Jährige über massive Alkoholprobleme seit etwa zehn Jahren berichtet. Immer wieder sei er rückfällig geworden, was zu zwei abgebrochenen Lehren und zeitweise Obdachlosigkeit geführt habe. Genaueres zur eigentlichen Tat konnte er aber nicht sagen. Kurz nach dem Angriff wurde nach Angaben des Gerichtssprechers ein Promillewert von 2,48 gemessen.

Eines der Opfer berichtete im Anschluss über seine Wahrnehmung. Jemand habe ihr plötzlich an den Haaren gerissen und einen Faustschlag gegeben, sagte die 70-Jährige laut Gerichtssprecher Kumme. An mehr könne auch sie sich nicht erinnern. Sie sei von der Tat aber sehr gekennzeichnet und leide bis heute.

Das Verfahren wird in der kommenden Woche mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Auch das zweite Opfer soll dabei noch befragt werden. Am Dienstag (1. Juni) sind dann Plädoyers und ein Urteil möglich.