Mehr Feuchtigkeit: Bäume in Rostocker Heide nicht erholt

Wer Forstwirtschaft betreibt, denkt eigentlich in Jahrzehnten. Doch der Klimawandel hat die Zyklen stark verkürzt.

Von dpa 04.06.2021, 13:05
Im Forstrevier Schnatermann der Rostocker Heide steht eine tote Eiche.
Im Forstrevier Schnatermann der Rostocker Heide steht eine tote Eiche. Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Rostock - Nach dem feuchten und vergleichsweise kühlen Frühjahr geht es den Bäumen in der Rostocker Heide insgesamt wieder besser, aber Fachleute sehen keine komplette Erholung. So sind die Wasserspeicher noch lange nicht aufgefüllt, was eine Auswirkung der trockenen Sommer 2018 und 2019 ist, wie Forstamtsleiter Jörg Harmuth am Freitag sagte. „Da werden wir noch eine ganze Weile dafür brauchen, und wir werden einiges an Baumarten verlieren.“ Prinzipiell gehe es den Baumbeständen in dem 6000 Hektar großen Waldgebiet wegen der Nähe zur Ostsee und dem feuchteren Klima aber besser als den Beständen im Binnenland.

Insbesondere gehe es der Sitkafichte schlecht. Sie habe nach den milden Wintern und trockenen Sommern mit der Sitkafichtenröhrenlaus zu kämpfen. Die Bäume hätten fast alle rote Nadeln bekommen und „sehen wirklich jämmerlich aus“. Auch das weit verbreitete Eschensterben setze den Beständen in der Rostocker Heide zu.

Deswegen sei es dringend geraten, sich mit dem Wald der Zukunft und gegebenenfalls anderen Baumarten zu beschäftigen. Künftig werden Arten wie die Douglasie, Esskastanie oder Weißtanne eine größere Bedeutung erhalten. „So wie es jetzt aussieht, kommen sie mit dem Klimawandel besser zurecht“, sagte Harmuth. Die Natur zeige dies. Man brauche eine Mischung, mit der die Risiken des Klimawandels besser abgefangen werden könnten.