Melsungen kontert Hanning: „Offensivfoul“

Von dpa
Bob Hanning vor einem Spiel.
Bob Hanning vor einem Spiel. Sascha Klahn/dpa/Archivbild

Melsungen - Handball-Bundesligist MT Melsungen hat die scharfe Kritik von DHB-Vizepräsident Bob Hanning gekontert und dem 53-Jährigen Populismus vorgeworfen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hatte Hanning zuvor die MT und deren deutsche Nationalspieler attackiert.

„Diese Art von öffentlicher Negativdarstellung eines Handball-Bundesligisten durch einen hohen DHB-Funktionsträger ist bislang ohne Beispiel“, sagte MT-Vortand Axel Geerken in einer Stellungnahme des Clubs am Dienstag. „Er maßt sich als Außenstehender an, die Mentalität eines Vereins und deren vermeintliche Folgen sowie die Entlohnung der Nationalspieler nicht nur zu be-, sondern auch zu verurteilen. Hier wird in höchst populistischer Weise Stimmung gegen unseren Verein und unsere Spieler gemacht.“

Sechs deutsche Nationalspieler stehen bei der MT unter Vertrag: Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Finn Lemke, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Timo Kastening. Fast alle von ihnen spielen eine durchwachsene Saison mit dem ambitionierten Club, die Qualifikation für den Europapokal wurde verpasst. „Ich habe die Sorge, dass die Mentalität, die sich in Melsungen etabliert hat, den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefährden kann“, meinte Hanning.

Die MT räumte in ihrer Stellungnahme ein, dass man Steigerungsbedarf auf sportlicher Seite sehe. Geerken vermutet Kalkül hinter Hannings Aussagen. „Bob Hannings Äußerungen kommen einem direkten Angriff, einem Offensivfoul, auf unseren Verein und auf unsere Spieler gleich. Das verwundert nicht zuletzt deshalb, weil er gemeinsam mit denselben Spielern in Tokio Gold gewinnen will“, sagte der 48-Jährige.