Menschliche Überreste aus der Eisenzeit in Urne gefunden

Von dpa

Werlte - Eine Schülerin hat im vergangenen Herbst im Emsland eine Urne aus der Eisenzeit gefunden - nun steht fest: Das in der Nähe von Werlte entdeckte Tongefäß enthielt die sterblichen Überreste eines Menschen, wahrscheinlich eines Mannes.

Hundertprozentig lasse sich das Geschlecht nicht mehr bestimmen, teilte am Donnerstag der Landkreis Emsland mit. Aber vieles deute auf einen männlichen Verstorbenen im Alter von etwa 35 bis 39 Jahren hin, dessen Leichnam dort vor rund 2500 Jahren auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden sei. Damals sei es üblich gewesen, Tote auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen und die Knochen in einem Gefäß unter einem Hügel zu bestatten. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Erwachsenen betrug 40 bis 45 Jahre.

Nur wenige Zentimeter neben der Urne, die das Mädchen im vergangenen Herbst bei einem Sonntagsspaziergang fand, stießen Archäologen kurz darauf auf eine weitere Urne, die bei der Bergung allerdings auseinanderbrach. Form und Verzierung der beiden Gefäße deuten darauf hin, dass sie aus der Eisenzeit um etwa 500 vor Christus stammen.

Für die Analyse wurden 1744 Knochenfragmente aus dem heil gebliebenen Gefäß geborgen und von Sand gereinigt. Auch wenn das Material nicht ausreichte, um das Geschlecht des Menschen eindeutig zu bestimmen, stellten die Wissenschaftler doch fest, dass es keine Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen gab. Hinweise auf Hunger- und Notzeiten gab es nicht. Offenbar sei die Gegend um Werlte herum zur damaligen Zeit ein attraktiver Siedlungsplatz gewesen, der alles bot, was Menschen benötigten.

Die beiden Urnen gehören offenbar zu einem ausgedehnten Gräberfeld aus der Eisenzeit. Schon vor 60 Jahren wurden auf einem benachbarten Acker zahlreiche Urnen beim Pflügen gefunden. Der zu dem Gräberfeld gehörende Siedlungsplatz ist bislang nicht gefunden worden.