Merkel eröffnet Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Von dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Olivier Hoslet/Pool EPA/AP/dpa/Archivbild

Berlin - Nach heftigen Auseinandersetzungen und deutlichen Verzögerungen eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute das Dokumentationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin. Das Zentrum sieht sich als Teil einer neuen Erinnerungslandschaft. An dem Lern- und Erinnerungsort sollen Geschichte und Gegenwart von Zwangsmigration im Zentrum stehen. Erste Besucherinnen und Besucher werden am Mittwoch (23.6.) erwartet.

Im für 63 Millionen Euro sanierten Gebäude stehen für ständige Ausstellung, Wechselpräsentationen, Lesesaal und Forschungsbereiche mehr als 5000 Quadratmeter zur Verfügung. In den beiden Ausstellungsteilen geht es um eine Geschichte der Zwangsmigration bis in die heutige Zeit sowie um Flucht und Vertreibung von rund 14 Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser zweite Teil ist chronologisch angeordnet, um Nazi-Terror und deutschen Angriffskrieg als Ursache für die anschließende Vertreibung zu markieren.

Wie stark das Schicksal der deutschen Vertriebenen bei der geplanten Dauerausstellung im Mittelpunkt stehen sollte, war über Jahre hinweg Thema von teils erbitterten Debatten. Vor allem in Polen gab es Befürchtungen, die Deutschen könnten sich selbst zu Opfern machen und so von ihrer Schuld in der Nazi-Zeit ablenken.