Messerattacke auf Nachbarn: Haft und Alkoholentzug

Von dpa
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Kiel - Für eine Messerattacke auf einen Nachbarn ist ein 18-Jähriger am Dienstag zu dreieinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Wegen der Alkoholabhängigkeit des jungen Mannes ordnete die Jugendkammer des Kieler Landgerichts dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der Angeklagte aus einer kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg rammte dem Nachbarn Mitte Februar 2021 nach einem Streit mit seiner Mutter über ein „Saufgelage“ ein Messer in den Hals, wie der Vorsitzende Richter sagte. Der 69-Jährige habe seinen Kopf gerade noch wegdrehen können, so dass der Stich nicht lebensgefährlich gewesen sei.

Die Tat beging der Angeklagte nach Worten des Richters, „um der häuslichen Situation zu entfliehen und wieder ins Gefängnis zu kommen, so absurd dieses Motiv auch anmutet“. Der 18-Jährige hatte bereits wegen anderer unter Alkohol begangener Delikte ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe verbüßt. Den Angriff wertete das Gericht als versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.