Ministerin wehrt sich gegen Kritik der Bauern

Von dpa
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) bei einer Pressekonferenz.
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) bei einer Pressekonferenz. Soeren Stache/dpa-Zentralbbild/dpa/Archivbild

Potsdam - Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat den Vorwurf des Bauernverbands einer mangelhaften Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zurückgewiesen. „Brandenburg hat alle auf Landesebene möglichen Maßnahmen zur Eindämmung der ASP getroffen und sehr zügig umgesetzt“, sagte Nonnemacher am Samstag. Der Landesbauernverband sei beratendes Mitglied im Krisenstab des Landes und damit auch in strategische Entscheidungen eingebunden. „Die Seuche kann nur gemeinsam bekämpft werden.“ Gerade jetzt sei die Unterstützung der Verbände dringend nötig, wenn es darum gehe, bei Schweinehaltern - vor allem kleinen - dafür zu sorgen, dass die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten würden.

Landesbauernpräsident Henrik Wendorff hält eine zentrale Seuchenbekämpfung im Land für notwendig. Er hatte am Freitag bezweifelt, dass das Verbraucherschutzministerium geeignet sei und vorgeschlagen, dass das Agrarministerium die Aufgabe übernimmt. Nonnemacher entgegnete: „Unsere Krisenstrukturen sind etabliert und seit Jahren eingespielt.“ Alle Entscheidungen seien in enger Absprache zwischen den beteiligten Ressorts getroffen worden.

In Brandenburg hatte die hochinfektiöse ASP erstmals in Deutschland auf Hausschweine übergegriffen. Betroffen sind ein Bio-Betrieb mit 200 Tieren in Neiße-Malxetal (Landkreis Spree-Neiße) und eine Mini-Haltung mit zwei Tieren in Letschin (Märkisch-Oderland). Die 200 Schweine im Bio-Betrieb sollten am Samstag getötet werden, die beiden Tiere bei dem Privathalter wurden bereits getötet und entsorgt. Die Interessengemeinschaften der Schweinehalter in den ostdeutschen Ländern hatten dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen Versagen bei der Bekämpfung vorgeworfen.