Musikfest läutet Jubiläum für barocken Meister ein

Heinrich Schütz gilt als erster deutscher Komponist von europäischem Rang. Alljährlich wird er an seinen Wirkungsstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem Festival geehrt. Diesmal ist es der Auftakt zum Schütz-Jubiläum 2022.

Von dpa

Dresden - Die Alte Musik feiert seit langem eine Renaissance und Heinrich Schütz (1585-1672) ist einer ihrer größten Meister: Auch 2021 wird der frühbarocke Komponist mit einem Festival an alten Wirkungsstätten geehrt. Das Heinrich Schütz Musikfest in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist zugleich der Auftakt für ein Jubiläum im kommenden Jahr. Dann wird der 350. Todestag des Musikers begangen.

Wie die Organisatoren am Donnerstag in Dresden mitteilten, sind beim jetzigen Musikfest vom 7. bis 17. Oktober 49 Veranstaltungen in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz geplant.

Konzerte, Kinderprojekte, Gottesdienste und eine Sonderausstellung sollen einen Almanach zu Leben und Werk eines Meisters entstehen lassen, dessen „humanistische Botschaft seines künstlerischen Erbes nicht an Aktualität verloren hat und tief berührt“, hieß es. Neben bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland seien auch Nachwuchsinterpreten vertreten.

Schütz hatte in seinen Werken wie kaum kein zweiter eine Verbindung zwischen Wort und Musik geschaffen. Berühmt sind etwa Werke wie sein „Schwanengesang“ und die „Psalmen Davids“. Das Musikfest will aber auch an den Komponisten und Schütz-Zeitgenossen Michael Praetorius (1571-1621) erinnern, dessen Wege sich mit denen von Schütz in Dresden kreuzten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Werk des Ialieners Claudio Monteverdi (1567-1643), der für Schütz ein wichtiger Bezugspunkt war.

Nach Angaben der Veranstalter prägen Katharina Bäuml und ihre „Capella de la Torre“ das Festival besonders. Bäuml ist an fünf Abenden als „Artist in Residence“ zu Gast, darunter am 7. Oktober beim Eröffnungskonzert in Weißenfels. Ein zweites Eröffnungskonzert wird am 8. Oktober vom britischen Gabrieli Consort & Players unter der Leitung von Paul McCreesh in der Dresdner Frauenkirche gestaltet. Es leitet das Festjahr „Schütz22“ ein.

Schütz kam 1585 in Bad Köstritz zur Welt. 1590 übersiedelte die Familie nach Weißenfels. Die beiden Orte in Thüringen und Sachsen- Anhalt sind heute Pilgerstätten für Schütz-Fans aus aller Welt. In Dresden hatte Schütz viele Jahre als Hofkapellmeister gewirkt.