Mutter wegen versuchten Mordes an Tochter vor Gericht

Sie soll ihrer Tochter Medikamente verabreicht haben, die für die Kleine hätten tödlich sein können. Nun beginnt vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen die 36-Jährige. Im Fokus: Was könnte das Motiv sein?

Von dpa
Die Außenaufnahme zeigt den Schriftzug am Strafjustizgebäude.
Die Außenaufnahme zeigt den Schriftzug am Strafjustizgebäude. Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Hamburg - Wegen versuchten Mordes an ihrer kleinen Tochter muss sich ab heute eine 36-Jährige vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Intensivkrankenschwester aus dem Stadtteil Farmsen-Berne vor, ihrer vierjährigen Tochter Ende vergangenen Jahres Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, die für das Kind hätten tödlich sein können. Was das Motiv für die Tat sein könnte, ist völlig unklar.

Laut Anklage brachte die dreifache Mutter ihre Tochter am 28. Dezember 2020 mit Verdacht auf Schädelprellung ins Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Weil der Zustand des Mädchens sich aber verschlechterte, wurde es ans Kinder-UKE überwiesen. Aufgrund neurologischer Auffälligkeiten, die nicht allein durch die Schädelprellung hervorgerufen worden sein konnten, seien dort weitere Untersuchungen erfolgt, berichtete ein Gerichtssprecher. Urin- und Blutproben hätten Rückstände von Schlaf- und Beruhigungsmitteln ergeben. „Es waren sogenannte Benzodiazepine dabei, die nicht für kleine Kinder geeignet sind.“

Die Ärzte erstatteten Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten nicht nur versuchten Mord, sondern auch gefährliche Körperverletzung vor. Sie ist überzeugt, dass die Mutter dem Mädchen ein mitgebrachtes Mittel im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift verabreichte und zwei weitere Medikamente im Kinder-UKE. Das Kind sei schläfrig und matt geworden. Es habe zudem akute Lebensgefahr aufgrund eines Atemstillstandes bestanden. Die Deutsche sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

Bis zum 6. Dezember sind 22 Verhandlungstage geplant.