Nabu Thüringen: Bettelnde Jungvögel nicht mitnehmen

Von dpa

Jena - In den meisten Fällen brauchen bettelnde Vogeljunge laut Naturschutzbund (Nabu) nicht die Hilfe des Menschen. „Es scheint zwar so, als ob die Tiere verwaist sind. Doch der Eindruck täuscht oft“, sagte der Vogelexperte des Nabu Thüringen, Klaus Lieder, am Mittwoch. Mit ihren Rufen hielten die Kleinen Kontakt zu ihren Eltern, die sich in der Nähe aufhielten und den Nachwuchs weiterhin fütterten. „Sobald keine Menschen mehr in der Nähe sind, kümmern sich die Eltern wieder um ihre Kinder.“ Tatsächliche Hilfe benötigen befiederte Vögelchen nur, wenn nach mehreren Stunden immer noch keine Altvögel in deren Nähe zu sehen seien.

Jungvögel sollten laut Nabu Thüringen auf keinen Fall mit nach Hause genommen werden. Greife der Mensch in dieser sensiblen Phase ein, werde die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel unterbrochen. Nur wenn Jungvögel an gefährlichen Orten wie Straßen oder Gehwegen sitzen oder von Katzen bedroht werden, sollten sie vorsichtig aufgehoben und umgesetzt werden. Vogeleltern nehmen ihre Jungen auch dann wieder an, wenn diese von Menschen berührt wurden.

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz dürfen Jungvögel nur vorübergehend und nur dann aufgenommen werden, wenn sie verletzt oder krank und somit tatsächlich hilflos sind. Jungvögel, die mit nach Hause genommen werden, haben selbst bei fachgerechter Pflege deutlich schlechtere Überlebenschancen als in der Natur.