Nach Einbruch auf Emder Feuerschiff: Keine Spur auf Täter

Unbekannten sollen Löcher in den Rumpf des Emder Feuerschiffes „Amrumbank/Deutsche Bucht“ gebohrt haben - wohl um es in Schieflage zu bringen. Die Polizei ermittelt. Der Verein des Museumsschiffes plant unterdessen die Reparatur und erfährt viel Hilfsbereitschaft.

Von dpa
Das Feuerschiff "Amrumbank/Deutsche Bucht" liegt am Emder Ratsdelft.
Das Feuerschiff "Amrumbank/Deutsche Bucht" liegt am Emder Ratsdelft. Lennart Stock/dpa/Archivbild

Emden - Rund einen Monat nachdem Unbekannte Löcher in den Rumpf des Emder Feuerschiffes „Amrumbank/Deutsche Bucht“ gebohrt haben, fehlt von den Tätern immer noch jede Spur. Es werde weiterhin auf Hochtouren ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Zwar hätten sich nach einem Aufruf auch Zeugen mit Hinweisen gemeldet, diese hätten die Ermittlungen mit ihren Angaben bislang aber nicht vorangebracht. Die Polizei bittet daher, weitere Zeugen, die noch nichts mitgeteilt haben, sich zu melden.

Unbekannte hatten sich Mitte Juni Zugang zu dem Feuerschiff und Emder Wahrzeichen mitten in der Innenstadt verschafft und vier Löcher in den Rumpf gebohrt. Rund 18 Kubikmeter Wasser liefen daraufhin in den Maschinenraum. Ein Mitglied des Museumsvereins, dem das Schiff gehört, hatte den Einbruch allerdings rechtzeitig bemerkt und Schlimmeres verhindert. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter das Schiff mindestens in Schieflage bringen wollten und ermittelt wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Offiziell ist der Schaden von Seiten der Versicherung noch nicht beziffert worden. Ein vom Museumsverein beauftragter Gutachter schätzte die Kosten auf rund 126.000 Euro. Erst im vergangenen Dezember war das denkmalgeschützte Feuerschiff nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zurück an den Liegeplatz am Ratsdelft geschleppt worden. Die Gesamtkosten der Sanierung lagen bei knapp fünf Millionen Euro. Nun soll die „Amrumbank/Deutsche Bucht“ bald erneut in eine Werft kommen, um die Schäden zu reparieren.

„Wir haben noch keinen Plan, wie es weitergeht“, sagte der Vorsitzende des Feuerschiff-Museumsvereins Heinz-Günther Buß. Fraglich sei etwa noch, ob das Schiff für die Reparatur in ein Dock müsse, was zusätzliche Kosten bedeute. Viele Vereinsmitglieder seien noch immer schockiert angesichts der Tat. „Gleichzeitig hat es den Verein noch enger zusammengeschweißt“, sagte Buß. Alle seien fest entschlossen, das Feuerschiff wieder herzurichten.

Unterdessen erlebte der Verein eigenen Angaben zufolge nach der Tat eine Welle der Solidarität. Viele Emderinnen und Emder aber auch Freunde des Feuerschiffes aus ganz Deutschland hätten für die Reparatur gespendet, sagte Buß. „Das hat uns sehr überrascht.“ Mehr als 10.000 Euro seien bislang zusammengekommen. Das Geld soll nun in die Reparatur fließen. Um die Kosten zu stemmen, würden aber weitere Mittel benötigt, sagte Buß. Ende September, so die Hoffnung des Vereins, soll das 106 Jahre alte Schiff wieder für Besucher öffnen.