Nach Kochsalz-Injektionen: 3300 Menschen haben Nachimpfung

Von dpa
Eine Spritze wird vor den Schriftzug „Impfung“ gehalten.
Eine Spritze wird vor den Schriftzug „Impfung“ gehalten. Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Jever - Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland haben 3306 Menschen eine Nachimpfung erhalten. Mehr als 6000 weitere Termine für Nachimpfungen sind bei Impfzentren registriert, wie der Landkreis am Freitag mitteilte. Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) berichtete, zuletzt habe es in der Bevölkerung auch Sorgen vor möglichen Risiken durch dritte oder gar vierte Impfungen gegeben. Der Landkreis nehme diese Sorgen und Ängste ernst, sagte Ambrosy. Daher will der Kreis in der kommenden Woche zusätzlich Informationsschreiben insbesondere an Ärzte verschicken.

Der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, sagte, die Nachimpfungen seien frühzeitig mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem für Impfstoffsicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) abgestimmt worden. „Wir können uns da völlig auf der sicheren Seite fühlen“, sagte er. Zwar gebe es noch keine großen, gezielten Studien zu Dritt- oder gar Viertimpfungen, dennoch seien solche Nachimpfungen „nicht als kritisch zu erachten“.

„Wir können beispielsweise ableiten, aus Studien zu Booster-Impfungen in Israel, dass es nicht zu einem erhöhten Nebenwirkungsprofil gekommen ist, und dass deswegen auch keine Sicherheitsbedenken bestehen“, sagte Pulz. Der Mediziner betonte zugleich, es handele sich um ein Impfangebot. Jede und jeder könne selbst über eine Nachimpfung entscheiden.

Eine Krankenschwester hatte eingeräumt, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher knapp zehntausend Betroffenen als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.