Neuer Streit um 96-Geschäftsführer Schäfer

Von dpa 02.06.2021, 14:41 • Aktualisiert: 02.06.2021, 14:50
Martin Kind, Mehrheitsgesellschafter von Hannover 96.
Martin Kind, Mehrheitsgesellschafter von Hannover 96. Swen Pförtner/dpa/Archiv

Hannover - Die Verpflichtung des neuen Geschäftsführers Robert Schäfer hat beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 den alten Streit zwischen dem Mehrheitsgesellschafter Martin Kind und dem Mutterverein neu entfacht. Einen Tag nach der Vorstellung des ehemaligen Vorstandschefs von Fortuna Düsseldorf erteilte ihm die Vereinsspitze des Hannover 96 e.V. ein Tätigkeitsverbot für die ausgegliederte Profifußball-Gesellschaft Hannover 96 KGaA.

Konkret soll Schäfer weder Spieler oder andere Angestellte der KGaA suchen oder verpflichten noch die 96er bei Veranstaltungen der Deutschen Fußball Liga oder des Deutschen Fußball-Bunds vertreten dürfen. Das teilte der Mutterverein am Mittwoch mit.

Hintergrund dieses Streits sind die jahrelangen Auseinandersetzungen zwischen Kind und der früheren 96-Opposition, die 2019 bei einer Mitgliederversammlung die Macht im eingetragenen Verein übernahm. Ein Streitpunkt war immer die sogenannte 50+1-Regel: Kind wollte für Hannover 96 eine Ausnahmegenehmigung davon erreichen, die Vereinsführung um den Vorstandsvorsitzenden Sebastian Kramer besteht aus strikten 50+1-Befürwortern. Auch Schäfer gilt als Kritiker jener Regelung, die den Einfluss externer Investoren im deutschen Profifußball beschränkt. Das erklärt die starken Vorbehalte, die es beim Mutterverein gegen den 45-Jährigen gibt.

Begünstigt werden die neuen Auseinandersetzungen dadurch, dass es bei den Niedersachsen ein Nebeneinander mehrerer Gesellschaften gibt. Schäfer wurde von Kind als Geschäftsführer der Hannover 96 Sales & Service GmbH & Co. KG eingestellt, der alle Anteile an der Profifußball-Gesellschaft gehören. Zur Geschäftsführung der KGaA ist aber allein die Hannover 96 Management GmbH berechtigt, die wiederum zu 100 Prozent im Besitz des Hannover 96 e.V. ist. Dieses Konstrukt stellt sicher, dass die im deutschen Profifußball nach wie vor geltende 50+1-Regel bei dem Zweitligisten nicht verletzt wird.

Kinds Plan war, dass Schäfer die Vereinsvertreter in den nächsten Monaten „durch seine Leistung“ überzeugen wird, so dass er mittelfristig auch die Geschäftsführung der KGaA übernehmen soll. Dagegen wehrt sich nun der Mutterverein.