Gastgewerbe

NGG dringt auf breitere Anwendung der Tariflöhne

Von dpa 03.09.2021, 12:28 • Aktualisiert: 03.09.2021, 12:34
Auf einer Tafel vor einem Restaurant wird nach Mitarbeitern für den Service- und Küchenbereich gesucht.
Auf einer Tafel vor einem Restaurant wird nach Mitarbeitern für den Service- und Küchenbereich gesucht. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Neubrandenburg/Schwerin - Der zunehmende Arbeitskräftemangel in der Gastronomie Mecklenburg-Vorpommerns kann nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nur durch bessere Bezahlung für alle Mitarbeiter gestoppt werden. NGG-Landesgeschäftsführer Jörg Dahms forderte am Freitag den Arbeitgeberverband Dehoga auf, Verhandlungen über eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung aufzunehmen. Mit einer solchen Erklärung würden die Tarifvereinbarungen auf die gesamte Branche im Land ausgedehnt. Laut Dahms profitieren derzeit 16.000 und damit lediglich ein Drittel aller Beschäftigten in der Gastro-Branche des Landes direkt von den zum 1. September wirksam gewordenen Lohnerhöhungen von 3,5 bis 5 Prozent. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiteten in nichttarifgebundenen Betrieben.

Dahms verwies auf die wachsenden Probleme vieler Gaststätten- und Restaurantbetreiber, gerade in der Hochsaison den Betrieb ín vollem Umfang aufrecht zu erhalten. Während der Zwangsschließungen in der Corona-Pandemie hätten sich viele Angestellte Jobs in anderen Branchen gesucht. „Diese zurückzugewinnen und die verbliebenen zu halten, wird nur gelingen, wenn in der gesamten Branche im Land besser bezahlt wird“, zeigte sich Dahms überzeugt.

Bis 2023 seien für die Gastronomie in Mecklenburg-Vorpommern zwar Steigerungen von insgesamt etwa zehn Prozent vereinbart worden. „Bis wir das Niveau von Schleswig-Holstein oder Hamburg erreicht haben, fehlt aber trotzdem noch ein ganzes Stück“, erklärte Dahms. Zudem würden im Nordosten weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld gezahlt und die Arbeitszeit liege mit 40 Wochenstunden auch noch höher. Deshalb habe die Gewerkschaft auch den Manteltarifvertrag zum Jahresende aufgekündigt.