Norddeutsche Länder wollen Klimafolgen gemeinsam begegnen

Norddeutschland ist in vielerlei Hinsicht vom Klimawandel betroffen. Der Anstieg des Meeresspiegels, Sturmfluten, Starkregen oder Trockenheit, all das sind mögliche Gefahren. Bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels will der Norden zusammenarbeiten.

Von dpa 03.06.2021, 15:54 • Aktualisiert: 05.06.2021, 08:31

Hamburg - Angesichts schon spürbarer Folgen des Klimawandels wollen die norddeutschen Länder eine gemeinsame Strategie zur Begrenzung der Schäden durch Starkregenereignisse und Trockenperiode entwickeln. Darauf verständigten sich die für die Anpassung an den Klimawandel zuständigen Minister und Senatoren aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag bei einer Regionalkonferenz in Hamburg. „Norddeutschland mit seinen ausgeprägten Küstenregionen ist zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) und seine Kollegen Jan Philipp Albrecht (Grüne), Olaf Lies (SPD), Maike Schaefer (Grüne) und Christian Pegel (SPD) stellten darin zudem fest, „dass der Klimawandel neben den Folgen des Meeresspiegelanstiegs und Sturmfluten auch mit einem veränderten Niederschlagsgeschehen von Starkregenereignissen bis hin zu längeren Trockenperioden zu steigenden Beeinträchtigungen und Schäden für Mensch und Umwelt sowie zu erheblichen Sachschäden in Norddeutschland führt.“ Diese müssten durch rechtzeitiges Handeln begrenzt werden.

Neben einer Zusammenarbeit und dem fachlichen Austausch vereinbarten sie außerdem, „den Umgang mit der Ressource Wasser auf den Prüfstand zu stellen und über die zukünftige Verteilung von Wasser zu diskutieren.“ Zudem sollen innovative Lösungen erarbeitet werden, um Verkehrs- und die Versorgungsinfrastruktur weniger anfällig gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu gestalten.

So wurde zeitgleich mit der Konferenz von der Hamburger Umweltbehörde eine Online-Straßenkarte vorgestellt, auf der sich straßengenau Überflutungsrisiko und Fließrichtung des Wassers bei Starkregen ablesen lassen. „Mit der Starkregengefahrenkarte haben wir eine wichtige Grundlage, um den Gefahren und Risiken durch Überflutungen vorbeugend zu begegnen“, sagte Kerstan. Grundstückseigentümer könnten so herausfinden, ob sich für ihr Grundstück eine Gefahr bei Starkregen ergeben kann.

Mit dem Klimawandel hat der Behörde zufolge auch in Hamburg die Zahl schwerer Wolkenbrüche zugenommen. Allein in den vergangenen zehn Jahren seien 180 sogenannte Starkregenereignisse gezählt worden.