„Nordkreuz“: Bundesregierung geht von Weiterbestehen aus

Von dpa

Berlin/Schwerin - Die Bundesregierung geht von einem Fortbestand der vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ aus. Nach den vorliegenden Erkenntnissen verfügen mehrere Gruppenmitglieder über einen Zugang zu legalen Schusswaffen, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Mitgliedern der Linken-Bundestagsfraktion. Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter, forderte am Dienstag eine Zerschlagung von „Nordkreuz“.

„Knapp vier Jahre nach dem Auffliegen des Nordkreuz-Netzwerks mit seinen mörderischen Plänen müssen wir vom Fortbestand dieser Gruppierung ausgehen. Dieser Befund ist unfassbar und ein Schlag ins Gesicht besonders jener Menschen, die in den Fokus der mutmaßlichen Rechtsterroristen geraten sind“, erklärte Ritter. Seit dem Jahr 2017 ermittelt der Generalbundesanwalt gegen zwei Mitglieder der Gruppe wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Die Ermittlungen laufen der Antwort auf die Kleine Anfrage zufolge noch. Die Mitglieder sollen sich mit dem Anlegen von Vorräten, Waffenlagern und mit Überlebenstrainings auf einen Katastrophenfall vorbereitet haben. In Chats unter Mitgliedern war den Ermittlungen zufolge auch rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht worden.

Ritter warf den Behörden vor, „Nordkreuz“ zu verharmlosen. „Man begnügt sich damit, lediglich einzelne waffenrechtliche Verstöße zu ahnden.“ Insbesondere die Landesbehörden müssten endlich konsequent gegen das Nordkreuz-Netzwerk vorgehen, verlangte er. „Der bisherige zimperliche Umgang ermutigt lediglich weitere Tag-X-Fanatiker, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.“