Demonstrationen

Polizei rechnet mit 30.000 Menschen bei Großdemo in Berlin

Trotz Bahnstreiks könnten am Samstag Zehntausende Menschen zum Protestieren durch Berlins Straßen ziehen. Das Motto: „Für eine offene und solidarische Gesellschaft“.

Von dpa 04.09.2021, 09:53 • Aktualisiert: 06.09.2021, 06:09

Berlin - „Eine offene und solidarische Gesellschaft“ - dafür wollen am Samstag zahlreiche Menschen in Berlin auf die Straße gehen. Zehntausende Demonstrantinnen und Demonstranten werden bei der Großdemo mit dem Titel „Unteilbar“ in der Hauptstadt erwartet. Das Aktionsbündnis trete ein „für Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und ein konsequentes Handeln gegen die Klimakrise“, hieß es in einem Aufruf.

Auch die Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan beschäftigt das Bündnis. „Niemals hätte nach Afghanistan abgeschoben werden dürfen“, sagte eine Sprecherin. „Flüchten ist ein Menschenrecht und Menschenrechte sind in einer demokratischen Gesellschaft unverhandelbar.“

Die Polizei geht bei der Demo am Samstag von bis zu 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. „Die Menge müssen wir bewerkstelligen“, sagte eine Polizeisprecherin. „Aber wir rechnen nicht mit gewalttätigen Auseinandersetzungen.“ Die Auftaktkundgebung soll um 13.00 Uhr auf der Straße des 17. Juni stattfinden. Von dort wollen die Demonstrantinnen und Demonstranten dann zum Alexanderplatz ziehen. Bei früheren „Unteilbar“-Demonstrationen waren Zehntausende mitgelaufen.

Wenn so viele Menschen durch die Hauptstadt ziehen, spielt auch die Corona-Pandemie eine größere Rolle. „Die Hygienevorschriften halten wir ein, darin sind alle geübt“, sagte die Sprecherin des Bündnisses. „Wir werden mit Masken demonstrieren, wir werden Abstand halten.“ Außerdem bitte sie die Demonstrierenden, sich vorher freiwillig testen zu lassen.

Laut dem Aktionsbündnis beteiligen sich über 350 Initiativen an dem Protest. Darunter sind unter anderen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Klimabewegung Fridays for Future sowie der Berliner Mieterverein. Linke, SPD und Grüne sind mit einem eigenen Block bei dem Protestzug dabei. Auch der Linke-Spitzendkandidat Klaus Lederer sowie die Spitzenkandidatinnen für die Abgeordnetenhauswahl, Franziska Giffey (SPD) und Bettina Jarasch (Grüne), werden erwartet.

Der US-amerikanische Whistleblower und ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden soll laut den Veranstaltern per Videoschalte zu den Demonstrierenden sprechen. Für die richtige Musik werde ebenfalls gesorgt. Unter anderen tritt der Künstler Max Herre auf.