Polizei: Zahlreiche Festnahmen nach Demo-Verboten

Von dpa
Die Polizei steht auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen trotz Demonstrationsverbot.
Die Polizei steht auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen trotz Demonstrationsverbot. Fabian Sommer/dpa

Berlin - Bei Ansammlungen insbesondere von Gegnern der Corona-Politik in Berlin sind am Sonntag zahlreiche Menschen festgenommen worden. Bis zum späten Nachmittag habe es rund 500 Festnahmen und vorübergehende Festnahmen zum Aufnehmen der Personalien gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. „Das Aggressionspotenzial variierte.“ Zum Teil habe es Versuche gegeben, Absperrungen zu überwinden und Einsatzkräfte beiseite zu drängen. Bei solchen Auseinandersetzungen sei von Seiten der Polizei auch körperliche Gewalt angewendet worden, so der Sprecher. Nachdem die Polizei mehrere für das Wochenende geplante „Querdenken“-Demonstrationen verboten hatte, trafen sich am Sonntag Protestierer in verschiedenen Teilen des Berliner Stadtgebiets.

Am Vormittag seien trotz Versammlungsverbots bis zu 2000 Menschen im Bereich Westend in Charlottenburg zusammengekommen, sagte der Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe dort wie an anderen Stellen interveniert, Menschen angehalten, kontrolliert und Platzverweise erteilt.

Am Nachmittag seien an der Siegessäule an der Straße des 17. Juni ebenfalls etwa 2000 Menschen zusammengekommen. Sie hätten versucht, in den Bereich einzudringen, für den die Initiative „Querdenken 711“ eine Kundgebung mit 22 500 Teilnehmern angemeldet hatte, die dann aber verboten wurde. „Das konnten wir unterbinden“, so der Sprecher. „Wir haben Fahrzeuge als Absperrungen genutzt, auch Absperrgitter.“ Außerdem seien Wasserwerfer hinzugezogen worden - „die wir glücklicherweise nicht zum Einsatz bringen mussten.“

Stadtweit sei es im Lauf des Tages immer wieder zu Menschenansammlungen gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen sei von insgesamt mehreren tausend Menschen auszugehen. „Wir hatten ursprünglich damit gerechnet, dass das bis in den fünfstelligen Bereich reicht“, so der Sprecher. „Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen.“ Die unterschiedlichen Brennpunkte zusammengerechnet, sei eine Größenordnung 5000 oder darüber hinaus aber realistisch.