Potsdam will aufnehmen: Erste afghanische Ortskräfte da

Von dpa

Potsdam - Die Landeshauptstadt Potsdam plant nach eigenen Angaben die Aufnahme von 60 afghanischen Ortskräften und ihren Angehörigen - zwei Familien sind bereits eingetroffen. Es seien jeweils zwei Erwachsene und zwei Kinder, wie Pressesprecherin Juliane Güldner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mitteilte. Zwei andere Familien sollen in den kommenden Tagen folgen. Derzeit werden der Sprecherin zufolge 23 Wohnungen hinsichtlich eines kurzfristigen Bezuges geprüft. „Wir gehen davon aus, dass diese in vier bis sechs Wochen bezugsfertig sind.“ Zunächst müssen die Wohnungen renoviert werden. Zunächst hatten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ berichtet.

Als Koordinator des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“ nehme Potsdam seine Rolle auch im eigenen Handeln sehr ernst, hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch vor den Stadtverordneten erklärt. „Wir sind gut vorbereitet, um den afghanischen Ortskräften und ihren Familien in Potsdam Schutz zu geben“. Die Unterbringung der geflüchteten Menschen aus Afghanistan werde auch zusätzliche Kosten für die Landeshauptstadt verursachen, es gebe bereits Gespräche mit dem Jobcenter. Es gelte nun, schnelle und unkomplizierte Regelungen für die ankommenden Menschen zu finden.

Über die Verteilung der 266 Ortskräfte auf die Bundesländer wurde noch nicht entschieden, wie das Innenministerium am Freitag auf Nachfrage mitteilte. Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte am Donnerstag die Bereitschaft zur Aufnahme der 266 Ortskräfte und ihrer Angehörigen bekräftigt, die bereits in Brandenburg in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) angekommen sind. Darunter sind 125 Kinder und Jugendliche.

Brandenburg hat den Angaben zufolge seit 2013 bereits rund 150 Ortskräfte inklusive Angehöriger aufgenommen, davon allein 41 Personen seit Mai dieses Jahres.