Pro Bahn: Thüringen mit einem Projekt für Deutschlandtakt

Von dpa

Erfurt/Berlin - Thüringen geht bei den Investitionsprojekten für den Deutschlandtakt der Deutschen Bahn nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn so gut wie leer aus. Von den in dieser Woche benannten 181 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Milliarden Euro betreffe nur eines Thüringen, sagte Pro Bahn am Donnerstag in Erfurt.

Dabei gehe es um Veränderungen östlich und westlich des Erfurter Hauptbahnhofs, damit Züge künftig parallel einfahren könnten. Der Fahrgastverband sprach von einer Benachteiligung Thüringens und einem kaum nachvollziehbaren Projekt.

Dafür seien weitreichende Eingriffe in den Gleisplan des Erfurter ICE-Knotens nötig, der erst vor wenigen Jahren fertiggestellt wurde. Für den Deutschlandtakt sei das Projekt nicht zwingend erforderlich, der Nutzen für Fahrgäste sei gering.

Der in Thüringen immer wieder geforderte weitere zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung, in deren Einzugsgebiet fast die Hälfte der Thüringer Bevölkerung wohne, tauche bei den Projekten nicht auf, so der Fahrgastverband. Auf der Ost-West-Verbindung dürfe der Abschnitt zwischen Jena und Gera nicht länger mit Engpässen betrieben werden. Pro Bahn forderte Bundes- und Landesregierung auf, sich auf eine Finanzierung des zweigleisigen Ausbaus zu einigen.

Der Deutschlandtakt der Bahn mit den nötigen Infrastrukturprojekten ist im sogenannten Bedarfsplan für die Bundesschienenwege in die höchste Dringlichkeitskategorie des Bundesverkehrsministeriums gerückt worden. Mit dem Takt sollen der Fern- und Regionalverkehr besser aufeinander abgestimmt werden. Die Takte zwischen den großen Zentren sollen sich zudem verringern.