Projekt sichert 139 Flüchtlingen in Hannover ein Bleiberecht

Von dpa
Die Flüchtlingsratsvorsitzende Claire Deery spricht während einer Pressekonferenz.
Die Flüchtlingsratsvorsitzende Claire Deery spricht während einer Pressekonferenz. Peter Steffen/dpa/archivbild

Hannover - Die Stadt Hannover und der Flüchtlingsrat haben binnen eines Jahres 139 geduldeten Flüchtlingen zu einem dauerhaften Bleiberecht verholfen. Dies ist das Zwischenergebnis eines gemeinsamen Projekts, bei dem geduldete Flüchtlinge gezielt zu den Möglichkeiten eines Bleiberechts beraten werden, wie Stadt und Flüchtlingsrat am Montag in Hannover mitteilten. Gemeinsam suchten beide Partner nach Lösungen, damit die Betroffenen von einer der aktuellen Bleiberechtsregelungen profitieren können. Insgesamt befanden sich zum Projektstart 1207 geduldete Menschen in Hannover, 597 davon leben bereits seit sechs oder mehr Jahren in Deutschland.

„Das Besondere unseres Projektes ist die systematische Sichtung aller Fälle, eine wohlwollende Haltung der Ausländerbehörde und ein vertrauensvoller Austausch aller Beteiligten“, sagte die Flüchtlingsratsvorsitzende Claire Deery. „Damit unterstützen wir die Menschen mit Duldungen, die in Hannover leben und endlich eine Perspektive und Sicherheit brauchen.“ Wie Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte, benötigten schon längere Zeit in Deutschland lebende und gut integrierte Menschen dringend eine Perspektive. „Das Modellprojekt hilft uns, Sonderfälle mit positiver Perspektive zu identifizieren und Rechtssicherheit zu schaffen – es ist für alle Beteiligten ein Gewinn.“

Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt „WIB. Wege ins Bleiberecht“ des Flüchtlingsrats Niedersachsen wird seit Mitte 2019 vom Sozialministerium gefördert. Neben der Landeshauptstadt Hannover sind auch andere Kommunen daran beteiligt.