Psychiater: Mutmaßlicher Terrorist ist verhandlungsfähig

Von dpa
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Düsseldorf - Im Fall eines mutmaßlichen IS-Terroristen sieht ein psychiatrischer Gutachter keine Hinweise auf eine eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit. Die Verteidiger des 33-Jährigen hatten angeführt, ihr Mandant sei traumatisiert, leide unter Kopfschmerzen und könne sich nur für kurze Zeit konzentrieren. Doch Psychiater Norbert Leygraf sagte, er habe keine Hinweise auf eine psychische oder neurologische Störung, die die Verhandlungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigten.

Die Kopfschmerzen des Angeklagten träten immer nur dann auf, wenn er mit den Tatvorwürfen oder seiner drohenden Abschiebung konfrontiert werde. Dies sei aber normal, niemand werde gerne mit solchen Dingen konfrontiert, sagte der Psychiater am Mittwoch.

Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts wird seit vergangener Woche gegen fünf Angeklagte einer mutmaßlichen Terrorzelle des sogenannten Islamischen Staats (IS) verhandelt. Zwei gescheiterte Mordanschläge sollen auf ihr Konto gehen.

Die Angeklagten wohnten alle zuletzt in Nordrhein-Westfalen: in Essen, Kreuztal, Neuss, Selfkant und Siegen. Sie sind zwischen 24 und 33 Jahren alt.

Ein weiterer mutmaßlicher IS-Terrorist der Gruppe wurde vom Oberlandesgericht bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt. Prozesstermine sind bis Jahresende geplant.