Ramelow kritisiert Endlager-Suche: „So geht das nicht“

Von dpa
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen,krtisiert das Vorgehen bei der Endlager-Suche.
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen,krtisiert das Vorgehen bei der Endlager-Suche. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt/Berlin - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Kritik am Vorgehen der Bundesgesellschaft bei der Suche nach einem Endlager für stark radioaktive Abfälle geübt. Dass zwei der vier Gebiete, in denen in Deutschland spezielle Daten zu Gesteinsformen erhoben werden sollen, in Thüringen lägen, sei problematisch und erklärungsbedürftig, sagte Ramelow am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. „So geht das nicht. So kann man mit Thüringen nicht umgehen. Der Prozess muss fair sein.“

Er sei darüber von der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nicht informiert worden, so Ramelow. Konkret handelt es sich um Salzlager im Thüringer Becken und eine Region mit Kristallin-Gestein, von der Teile in Ostthüringen liegen sollen. Damit seien große Teile Thüringens „im Rennen“, so Ramelow.

Er gab zu Bedenken, dass damit Optionen für eine Rohstoffgewinnung in diesen Regionen gefährdet sein könnten. „In Nordthüringen gibt es Kali-Vorkommen, die Vorräte für einige Jahrzehnte haben.“ Er werde das Vorgehen bei der Endlagersuche zum Thema im Kabinett machen, kündigte Ramelow an.

Laut Bundesgesellschaft erstreckten sich die Gebiete zur sogenannten Methodenentwicklung über fünf Bundesländer. Die Daten sollen helfen, Methoden zur Eingrenzung der Standortauswahl und entsprechende Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Es handele sich neben Thüringen um die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Hamburg. Die BGE betonte, dass es sich bei den vier Gebieten nicht um eine engere Auswahl bei der Suche nach einem Endlager handele.