coronaschutz

Reformationsfest in Sachsens Kirchen: Kein 3G - jedoch Abstand und Maske

Wegen zunehmender Corona-Infektionszahlen wird auch das Reformationsfest in den evangelischen Kirchgemeinden Sachsens an diesem Wochenende ein besonderes.

27.10.2021, 15:04
Wegen zunehmender Corona-Infektionszahlen wird auch das Reformationsfest in den evangelischen Kirchgemeinden Sachsens an diesem Wochenende ein besonderes.
Wegen zunehmender Corona-Infektionszahlen wird auch das Reformationsfest in den evangelischen Kirchgemeinden Sachsens an diesem Wochenende ein besonderes. Foto: dpa/ZB/Symbol/Sebastian Kahnert

Dresden/dpa - Abstand und die Reduzierung von Plätzen sind dabei ebenso gesetzt wie das Singen mit Maske. Örtlich ist aber - unter bestimmten Voraussetzungen - mehr Freiheit möglich, wie Matthias Oelke vom Landeskirchenamt in Dresden am Mittwoch sagte. Es gebe keine Einlasskontrollen, weder 2G (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) noch 3G (Zugang für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete). Manche Gemeinden jedoch verlangten die Maske auch diesmal grundsätzlich im Gottesdienst.

Oelke rechnet dennoch mit vollen Gotteshäusern. "Aufgrund der Regelungen geht das ja schnell." Und der Reformationstag falle auf einen Sonntag, an dem flächendeckend Gottesdienste angeboten würden. Landesbischof Tobias Bilz predigt wieder im Dom zu Meißen, der Hörfunkgottesdienst kommt dieses Mal aus dem Industriemuseum Chemnitz. Jede zweite Gemeinde feiert zugleich Kirchweihe, das neu gegründete Christuskirchspiel Erzgebirge indes den ersten gemeinsamen Gottesdienst - in einer Arena.

In Konzerten dominieren Instrumental- und Orgelmusik, aber auch der Leipziger Thomanerchor und Dresdner Kreuzchor treten auf. Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" wird mit großer Besetzung in der St. Niklaskirche in Ehrenfriedersdorf aufgeführt. "Das geht ja auch nicht im Quartett", sagte Oelke. In der St. Johanniskirche Lößnitz spielt eine Band im neuen Gottesdienstformat zum Innehalten, in der Georgenkirche Schwarzenberg und dem Kirchspiel Lößnitz wird Luthertheater gemacht und in der Aegidienkirche Oschatz gibt es eine Latin-Messe, "mit Kyrie-Mambo, Gloria-Calypso und Halleluja-Reggae".

Die Leipziger Thomaskirchgemeinde weiht die vier neuen Glocken, die Marienkirche in Kamenz nimmt ihre restaurierte Dressler-Kanzel in den Dienst, samt Uraufführung der "Kamenzer Kanzelsprüche". Der Prediger-Stuhl gilt laut Oelke als wichtigstes Werk der Reformation in der Oberlausitz.

Der Reformationstag erinnert an den Thesenanschlag Martin Luthers. Der Überlieferung nach schlug er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche, um sich von Sünden freizukaufen, an die Tür der Wittenberger Schlosskirche (Sachsen-Anhalt). Das Ereignis gilt als Beginn der weltweiten Reformation und der Spaltung der Kirche.