Regenbogenfarben: Pistorius und Kraus sehen vertane Chance

Von dpa
Boris Pistorius (SPD) steht im Innenhof des Innenministeriums.
Boris Pistorius (SPD) steht im Innenhof des Innenministeriums. Julian Stratenschulte/dpa

Berlin - Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die Fußball-Managerin Katja Kraus haben die UEFA wegen der Ablehnung der Beleuchtung des Münchner EM-Stadions in Regenbogenfarben beim deutschen EM-Spiel gegen Ungarn kritisiert. Die Entscheidung der Europäischen Fußball-Union vom Dienstag sei eine vertane Chance, urteilten der SPD-Politiker und Kraus in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Damit habe die UEFA wieder einmal den Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes gewählt.

In der gemeinsamen Erklärung von Pistorius und der früheren Nationalspielerin hieß es in Richtung des europäischen Dachverbandes: „Das wirkt bedauerlicherweise so, als sei er vor Viktor Orbán eingeknickt.“ Im von Orbán regierten Ungarn hatte das Parlament in der vorigen Woche ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

„Bei allem Verständnis für die politische Neutralität der UEFA, der Verband hätte mit einer Entscheidung für eine in Regenbogenfarben strahlende Arena ein leuchtendes Signal in die Welt senden können“, erklärten Pistorius und Kraus vor dem Spiel an diesem Mittwochabend weiter. Dieses Signal hätte auch nicht gegen die politische Neutralität der UEFA verstoßen, „denn die Werte, die von den Regenbogenfarben ausgehen, stehen für Humanität und gesellschaftliches Miteinander“.

Kraus gehört der Reforminitiative „Fußball kann mehr“ an. Neben der 50-Jährigen setzen sich acht weitere Frauen mit der Initiative für tiefgreifende Reformen im Deutschen Fußball-Bund ein.