Schauspielhaus bringt belarussischen Roman auf die Bühne

Von dpa

Hamburg - Das Hamburger Schauspielhaus bringt den aktuellen Roman „Revolution“ des belarussischen Autors Viktor Martinowitsch auf die Bühne. „Der Roman lässt sich als Kommentar zu den Protesten in Belarus lesen“, sagte Intendantin Karin Beier am Freitag in Hamburg. Die Bühnenfassung des Romans, der direkt nach Erscheinen beschlagnahmt und verboten wurde, werde der aus Tschechien stammende Regisseur Dušan David Pařízek am 30. April 2022 zur Uraufführung bringen.

Martinowitsch schreibe über „menschliche Verführbarkeit, Macht, Gier - und ein System, das über den Einzelnen verfügt“. Der Staatsapparat greife manipulierend in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ein.

In der kommenden Spielzeit stehen zahlreiche Neuproduktionen auf dem Programm und Inszenierungen, die bereits fertig geprobt wurden und darauf warten, zur Premiere zu kommen, darunter „Kindeswohl“ von Ian McEwan (Regie: Karin Beier) und „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad (Regie: Frank Castorf). „Viele Stoffe stellen die Frage nach dem Verhältnis zwischen Individuum und Staat und damit auch die Frage nach einer Balance zwischen persönlichen Freiheitsrechten und übergeordneten Notwendigkeiten“, sagte Beier. Aber auch der Humor komme nicht zu kurz, unter anderem mit einer musikalischen Revue zu „Günther Gründgens“, den fiktiven Bruder von Gustaf Gründgens.