Prozesse

Schießerei: Angeklagter beruft sich auf Notwehrlage

Von dpa 09.09.2021, 13:12 • Aktualisiert: 10.09.2021, 22:23
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin - Nach einer Schießerei im Berliner Clanmilieu mit mehreren Verletzten hat der Prozess gegen einen 30-Jährigen begonnen. Die Anklage lautet auf versuchten Mord in drei Fällen, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Der 30-Jährige berief sich am Donnerstag vor dem Landgericht auf eine Notwehrlage. Er sei geschlagen, mit einer Waffe bedroht und zur Zahlung angeblicher Spielschulden nach einer Pokerrunde einige Zeit zuvor aufgefordert worden, erklärte der Angeklagte. Seine Waffe habe er nur gezogen, weil er keine andere Chance gesehen habe. Er habe nicht töten wollen und auf die Beine geschossen.

Die drei Männer, die der in der Hauptstadt lebende Italiener in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag 2020 auf dem Hinterhof einer Spielhalle im Stadtteil Kreuzberg angeschossen haben soll, sind laut Anklagebehörde dem kriminellen Milieu arabischstämmiger Großfamilien zuzuordnen. Dem 30-Jährige wird vorgeworfen, er habe „plötzlich und unvermittelt“ geschossen. Sieben Kugeln habe er auf zwei Männer abgefeuert, die ihm den Rücken zugewandt hatten. Als sie am Boden lagen, habe er noch zweimal abgedrückt. Auf einen dritten, fliehenden Mann habe er vier Schüsse abgegeben.

Die Angeschossenen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Einer dieser Männer soll ebenfalls eine Schusswaffe gezogen und den Angeklagten am Bein getroffen haben. Der 30-Jährige wurde kurz nach der Schießerei in Tatortnähe festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Sieben weitere Prozesstage sind geplant.