Schule startet in Präsenz: Maskenpflicht und tägliche Tests

Nach dem Ende der Sommerferien soll an den Schulen in Niedersachsen wieder Präsenzunterricht stattfinden. Damit die sicher sind, kündigt Kultusminister Tonne strengere Regeln für Schülerinnen und Schüler an - und wirbt fürs Impfen.

Von dpa
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt während des Unterrichts auf einem Atlas.
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt während des Unterrichts auf einem Atlas. Matthias Balk/dpa/Illustration

Hannover - Zum Schulstart müssen sich Schülerinnen und Schüler in ganz Niedersachsen auf eine Maskenpflicht im Unterricht einstellen. Daneben müssen sie sich - wie angekündigt - an den ersten sieben Schultagen nach Schulstart täglich auf das Coronavirus testen. Das teilte das Kultusministerium am Dienstag bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Corona-Verordnung mit.

Das Schuljahr 2021/2022 werde im Regelbetrieb laufen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) an. Auch die Kindertageseinrichtungen sollen demnach geöffnet bleiben. Begleitet werde die Öffnung von Kita und Schule aber mit einem Netz an Sicherheitsmaßnahmen. „Es gilt das Prinzip: Maximale Präsenz bei maximaler Sicherheit“, sagte Tonne.

Die Maskenpflicht gilt den Angaben zufolge für alle Schulformen - und auch in den Unterrichtsräumen, wenn sich die Kinder und Jugendlichen am Sitzplatz befinden. Während der Pausen im Freien, in den Mensen beim Essen und Trinken sowie beim Sportunterricht könnten sie aber abgelegt werden. Schülerinnen und Schüler über 14 Jahre dürften eine medizinische Maske tragen, bei Jüngere sei auch eine Stoffmaske erlaubt.

In den Schulalltag seien „Maskenpausen“ zu integrieren. Je jünger die Kinder, desto mehr Pausen seien notwendig. Neben den Tests und der Maskenpflicht sind zudem Lüftungs- und Hygienekonzepte vorgesehen.

Zudem ist in der Woche vom 30. August bis zum 6. September eine Sonderimpfwoche für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geplant, auch einige Schulen machen mit. Schülerinnen und Schüler, die einen Impftermin haben, sollen dafür vom Unterricht befreit werden.

Der niedersächsische Philologenverband begrüßte „alle Anstrengungen, um mit Augenmaß und Vorsicht den Unterricht aufzunehmen, etwa mit Maskenpflicht und verstärkten und regelmäßigen Testungen“. Trotzdem dürfe die Pandemie kein Vorwand sein, um auf Leistungsüberprüfungen zu verzichten, sagte der Vorsitzende Horst Audritz.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen (GEW) wies darauf hin, dass das Recht auf Bildung nicht vom Impfstatus abhängen dürfe. „Daher ist es richtig, neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten den Zugang zu den Schulen zu gewähren“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Die Sicherung des Präsenzunterrichtes müsse genau wie der Schutz der Schulbeschäftigten sowie der Kinder und Jugendlichen weiterhin Priorität haben.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte findet, dass die angekündigten „inzidenz- bzw. warnstufenunabhängigen Maßnahmen grundsätzlich in die richtige Richtung“ weisen. Auch die Impfkampagne für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren sei zu begrüßen, aber es müsse bei der Freiwilligkeit bleiben. Kritisch wird gesehen, dass der Einbau von Luftfilteranlagen an vielen Schulen noch nicht rechtzeitig zum Schuljahresbeginn erfolgt ist. Gleiches gelte auch für die Umsetzung der Digitalisierung.