Schwerins OB für Strategiewechsel bei Pandemiebekämpfung

Von dpa
Rico Badenschier (SPD) blickt in die Kamera.
Rico Badenschier (SPD) blickt in die Kamera. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Schwerin - Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) hat sich für ein baldiges Ende der Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Seit Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 sei es durch einschneidende Maßnahmen und eine gesellschaftliche Kraftanstrengung gelungen, das Gesundheitssystem vor der Überlastung zu bewahren und unzählige Menschenleben zu retten. Inzwischen seien aber viele, insbesondere ältere und gefährdete Menschen geimpft und jeder könne sich impfen lassen.

Bei Jüngeren sei allen Erfahrungen zufolge die Gefahr, schwer zu erkranken, äußerst gering. „Deswegen ist es an der Zeit, über die Aufhebung von Corona-Beschränkungen zu diskutieren, statt mit Impfpflicht, Schulschließungen oder neuen Lockdowns unverhältnismäßige Kollateralschäden zu riskieren“, erklärte Badenschier am Donnerstag in Schwerin.

Der SPD-Politiker, der vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister als Klinikarzt tätig war, beklagte, dass durch unzureichende Quarantänevorschriften für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland die Delta-Variante in Deutschland bereits weit verbreitet sei.

„Die jetzige Debatte um eine verschärfte Testpflicht greift zu kurz und kommt zu spät“, sagte Badenschier mit Blick auf den Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern an diesem Montag. Mit der vierten Infektionswelle seien insbesondere unter Jüngeren vermehrt Ansteckungen zu erwarten. Reihenweise Schulschließungen wie im vorigen Schuljahr müssten im Interesse der Schüler aber vermieden werden.

Eine Herdenimmunität durch Impfung sei auch angesichts der Virus-Mutationen nicht zu erreichen. „Eine Durchseuchung der jüngeren Alterskohorte ist für eine Herdenimmunität unvermeidlich“, sagte Badenschier.