Sehbehinderte wollen farbige Poller: Weniger Unfälle?

Von dpa
Der blinde Sascha Paul steht mit seiner Frau am Straßenrand vor einem bunten Poller.
Der blinde Sascha Paul steht mit seiner Frau am Straßenrand vor einem bunten Poller. Philipp Schulze/dpa

Lüneburg - An vielen Orten in Niedersachsen bekommen graue Poller am Straßenrand derzeit rot-weiße Strick- oder Häkelmützen übergestülpt. Rund um den Sehbehindertentag am vergangenen Sonntag (6. Juni) machen Betroffene auch auf Beleuchtung und Barrierefreiheit aufmerksam. „In diesem Jahr geht es bundesweit um das Thema Kontraste“, sagte Jochen Bartling vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen in Hannover.

Sehbehinderte, die in der Regel ohne Blindenlangstock oder Führhund unterwegs sind, liefen oft gegen graue Poller. In Städten wie Cloppenburg, Emden, Leer, Vechta, Uelzen und Osnabrück demonstrierten Betroffene bereits für eine kontrastreichere Umgebung.

Am Mittwoch waren die schlanken Wollmützen in Celle und Lüneburg zu sehen, in Hannover ist die Aktion für Freitag geplant. „Es geht um Kontraste zwischen dunkler und heller Farbe, das ist ein Dauerproblem“, sagte Sascha Paul, Vorsitzender des Lüneburger Verbandes. „Alles wird derzeit grau gemacht, alle Pflastersteine und sogar die Bushäuschen“, ergänzte seine sehbehinderte Ehefrau, Constanze Paul, „ich sehe das nicht“. Zudem hätten auch ältere Menschen, die unter grauem Star leiden und mit Rollator unterwegs sind, Probleme mit den einfarbigen Begrenzungspfählen. Mit farbigen Pollern könnte die Unfallgefahr sinken.