Selbstvertrauen getankt: Jena stolz nach Pokal-Aus

Der FC Carl Zeiss Jena hat den Bundesligisten 1. FC Köln im DFB-Pokal an den Rand einer Niederlage gebracht. Das unglückliche Ausscheiden im Elfmeterschießen sollte beim Fortgang der Regionalliga-Saison aber nicht in den Köpfen bleiben.

Von Gerald Fritsche, dpa
Kölner Fans geraten nach dem Spiel mit Jenaer Fans und Ordnern aneinander.
Kölner Fans geraten nach dem Spiel mit Jenaer Fans und Ordnern aneinander. Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Jena - Das Lob, das von allen Seiten auf die Spieler des FC Carl Zeiss Jena einprasselte, war nur ein schwacher Trost. Die 2:4-Niederlage im Elfmeterschießen des DFB-Pokal-Erstrundenmatches gegen Bundesligist 1. FC Köln dürfte beim thüringischen Regionalligisten noch eine Weile nachhängen. „Ich hatte geglaubt, das wird unser Tag. Wenn du ins Elfmeterschießen kommst, willst du das auch gewinnen“, sagte Carl Zeiss-Trainer Dirk Kunert enttäuscht.

Die Pokal-Überraschung war lange möglich. Dem blamablen Auftritt der Kölner setzte Jena Leidenschaft, Teamgeist und Kampfkraft entgegen. Und Laufbereitschaft bis zum Umfallen. „Meine Jungs haben ein klasse Spiel gemacht. Wir haben gefightet“, lobte Kunert. Dieses Lob hatte auch er sich verdient. Eine ausgeklügelte Taktik und Aufstellung, die vor dem Anpfiff nicht einmal die Jena-Insider durchschauten, sorgte beim Favoriten für Verwirrung.

Die die Gastgeber zu nutzen wussten. Das schnelle 1:0 durch Maximilian Wolfram war durch kluges Umschalten sauber herausgespielt. Zwei weitere fast identische Aktionen hätten durch Maximilian Krauß und Maximilian Oesterhelweg noch vor der Pause das 2:0 bringen können, im Fall Oesterhelwege, der völlig frei zentral über den Ball schlug, sogar bringen müssen.

Dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Bundesligist das Zepter übernehmen muss, war vorauszusehen. Doch dem Druck stellten und warfen sich die Jenenser immer wieder entgegen, hatten dabei auch Glück, dass die Kölner selbst bei klarsten Möglichkeiten Unvermögen offenbarten. „Ich bin echt auf dem Zahnfleisch gelaufen. Man kann niemandem einen Vorwurf machen, wir haben alle Gas gegeben“, sagte Torschütze Wolfram.

Das Elfmeterschießen war dann Glücks- und Nervensache. Die ersten beiden Schüsse von Oesterhelwege und Leon Bürger, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Henning Bürger, wehrte Kölns Neuzugang im Tor, Marvin Schwäbe, in großem Stil ab. „Die waren gut geschossen, die muss man nicht unbedingt halten“, bekam er von seinem Trainer Steffen Baumgart ein Extra-Lob.

Carl Zeiss taucht nun wieder in den Liga-Alltag ein. Nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen ist nicht das Erhoffte. Das Pokal-Spiel sollte Mut machen und Selbstvertrauen geben. Dazu darf aber nicht das Ausscheiden in den Köpfen hängen bleiben, sondern der Gesamtauftritt.