SPD liegt bei Umfrage zur Landtagswahl in MV vorn

Vor der Landtagswahl befindet sich die SPD in Mecklenburg-Vorpommern einer neuen Umfrage zufolge weiter im Aufwind. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor fordert Kampfgeist von seiner Partei.

Von dpa
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schwerin - Genau einen Monat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die SPD in Umfragen in der Gunst der Wähler weiter mit Abstand vorn. Einer repräsentativen Befragung von Infratest-dimap im Auftrag von NDR, „Schweriner Volkszeitung“ und „Ostsee-Zeitung“ zufolge käme die Partei im Nordosten auf 36 Prozent, wenn am Sonntag gewählt werden würde. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als noch Mitte Juli, wie der NDR am Donnerstag mitteilte. Den Angaben zufolge ist das zugleich für die Sozialdemokraten der höchste Wert, den Infratest-dimap in den vergangenen 20 Jahren vor einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gemessen hat.

Für die CDU läuft es in Mecklenburg-Vorpommern dagegen schlecht. Ihre Umfragewerte sinken demzufolge um 8 Prozentpunkte auf 15 Prozent. Damit liegt sie hinter der AfD, die ihre Werte um einen Prozentpunkt leicht auf 17 Prozent verbessert hat. Die Linke würden derzeit 11 Prozent der Befragten wählen, die FDP 8 Prozent und die Grünen 6 Prozent.

Bei einer Direktwahl würden fast zwei Drittel die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wählen (65 Prozent), ihren Herausforderer Michael Sack (CDU) jeder Zehnte.

Die Mehrheit der Befragten - 61 Prozent - ist der Umfrage zufolge zudem mit der Arbeit der SPD-geführten Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden. Mit der Arbeit von Schwesig sind 67 Prozent der Befragten einverstanden. Damit bleibt sie die populärste Landespolitikerin in MV.

„Diese Werte bestärken uns!“, freute sich Schwesig auf Twitter. Man kämpfe um jede Stimme. „Ich möchte gerne meine Arbeit fortsetzen.“ Sack zeigte sich optimistisch. „Umfragen sind keine Wahlergebnisse“, teilte der CDU-Spitzenkandidat auf dpa-Anfrage mit. Es sei noch genug Zeit, die Menschen davon zu überzeugen, dass nur eine Regierung der Mitte das Land weiterbringe. „Insofern ist das Umfrageergebnis auch ein Weckruf.“ Er warnte vor einem Bündnis von SPD, Linke und Grünen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor rief seine Partei zum entschlossenen Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern auf. „Statt Zweifeln und Hadern brauchen wir jetzt Mut und Kampfgeist“, sagte er auf dpa-Anfrage. Er sehe die aktuellen Umfragewerte der CDU eher als Ansporn. Neue Prognosen dürften kein Anlass für Unruhe sein.

Die AfD kritisiert die Bilanz von SPD und Koalitionspartner CDU im Land. „Grund für die derzeitigen Umfragewerte ist nicht die Stärke der SPD, sondern der Verfall der CDU“, teilte AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm mit. Man vermisse klare Ansagen von Amthor und Sack.

Weike Bandlow, Landesvorsitzende der Grünen, teilte mit, es gebe keinen Zweifel, dass auch die nächste Landesregierung von der SPD geführt werde. „Für uns kommt es jetzt darauf an, deutlich zu machen, dass die kommenden fünf Jahre nicht weitere Stillstandsjahre für Klimaschutz und Generationengerechtigkeit bedeuten.“

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.