Prozesse

Staatsanwalt fordert zwölfeinhalb Jahre Haft für 19-Jährigen

Von dpa 02.09.2021, 17:09
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Lüneburg - Die Lüneburger Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren wegen Mordes für den 19 Jahre alten Angeklagten nach Tötung seiner gleichaltrigen Freundin gefordert. Zwar solle das Erwachsenenstrafrecht angewandt werden, jedoch milder, weil er noch Heranwachsender sei, sagte Staatsanwalt Jochen Kaup am Donnerstag vor der Jugendkammer des Landgerichts. Die Nebenklage sah dagegen Heimtücke und niedrige Beweggründe bei der grausamen Tat im Januar. Wegen der besonderen Schwere der Schuld plädierten die Vertreter der Familie des Opfers auf lebenslang.

Der Verteidiger des jungen Mannes forderte eine Beurteilung nach dem Jugendstrafrecht und eine maßvolle Strafe von höchstens zehn Jahren wegen Totschlags. Erstmals im Prozess meldete sich der Beschuldigte selbst zu Wort. „Es tut mir unendlich leid, was ich getan habe. Ich bereue es jeden Tag“, sagte der Deutsche unter Tränen und wandte sich damit an den Vater und die Schwester des Opfers, die im Gerichtssaal waren.

Er hatte zu Beginn des Prozesses in einer vom Anwalt verlesenen Erklärung eingeräumt, seine Freundin in ihrem Auto auf einem Parkplatz in der Hansestadt erstochen zu haben. Der Vater des Opfers hatte seine Tochter nachts gefunden. Er hatte nach ihr gesucht, weil sie von ihrem Job in einem Lokal abends nicht nach Hause gekommen war. Das Urteil ist für kommenden Donnerstag (9.9.) angekündigt.