Starke Einschränkungen bei Fern- und Nahverkehr

Von dpa
Eine S-Bahn fährt an einem blühenden Feld mit Sonnenblumen vorbei.
Eine S-Bahn fährt an einem blühenden Feld mit Sonnenblumen vorbei. Julian Stratenschulte/dpa

Leipzig - Der Streik der Lokführer führt zu großen Lücken im Angebot der Bahn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Streikbeteiligung in den östlichen Bundesländern ist erfahrungsgemäß sehr hoch, die Auswirkungen im Fern- und Nahverkehr werden daher deutlich zu spüren sein, wie ein Bahnsprecher am Dienstag sagte, der für die drei Bundesländer zuständig ist. Die Züge zwischen Prag und Dresden sollen fahrplanmäßig rollen, die weitere Verbindung nach Berlin und Hamburg wird wohl entfallen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach einer Urabstimmung ihre Mitglieder im Bahnkonzern zu einem Arbeitskampf aufgerufen, der im Güterverkehr bereits am Dienstagabend beginnen sollte. Fern- und Regionalverkehr werden laut der Ankündigung ab Mittwoch, 2 Uhr, für 48 Stunden bundesweit bestreikt, so dass die Bahn erst für den Freitag wieder mit einem störungsfreien Verkehr rechnet. Das folgende Wochenende soll verschont bleiben, kündigte die GDL an. Die Deutsche Bahn hat für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen.

Trotz eines Ersatzfahrplans könne man nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen, betonte der Bahnsprecher. Man bitte daher Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Reise möglichst zu verschieben. Gegenüber den Kunden wolle man sich sehr kulant zeigen. Die für den Streikzeitraum gelösten Karten könnten bis einschließlich dem 20. August bei aufgehobener Zugbindung genutzt oder erstattet werden.

Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken. Es gehe in den Metropolregionen und im ländlichen Raum darum, ein Grundangebot für Schüler und Pendler sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen beizubehalten.

In Sachsen sind zudem zahlreiche S-Bahnen von dem Streik betroffen. Von und nach Leipzig verkehren die S2 bis S5 nach einem Ersatzfahrplan mit deutlich geringerer Taktung, in Dresden die S1 und S3. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird nach Angaben der Bahn nicht gestellt.

Die Informationen würden so schnell wie möglich in die elektronischen Informationssysteme eingepflegt. Der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr sollte ab 15 Uhr in der Fahrplanauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator abrufbar sein.