Schulen

Studie: Zweiter Lockdown hinterlässt deutliche Lernlücken

Von dpa
Eine Atemschutzmaske liegt neben einem Federmäppchen.
Eine Atemschutzmaske liegt neben einem Federmäppchen. Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Hamburg - Vor allem der zweite Corona-Lockdown hat einer aktuellen Studie zufolge deutliche Lernlücken bei Hamburger Schülerinnen und Schülern hinterlassen. Das zeige sich vor allem beim Lesen und in Mathe für Kinder aus bildungsfernen Familien, teilte die Schulbehörde am Freitag mit. Zu diesem Fazit kommt die Schulbehörde nach Auswertung der hamburgweiten Lernstandsuntersuchung „Kermit 3“, an der mehr als 15.000 Schüler teilgenommen haben - das sind mehr als 85 Prozent der Hamburger Drittklässler. Die Gruppe der lernschwachen Schüler im Bereich Lesen sei um rund 11 Prozent größer geworden. Bei Mathematik stieg der Anteil lernschwacher Schüler um 8,7 Prozent.

In der Rechtschreibung verbesserten sich die Leistungen im Vergleich zu früheren Jahrgängen jedoch. Allerdings kann dieser Effekt auch damit zusammenhängen, dass die Getesteten als erster Jahrgang von der „Rechtschreiboffensive“ an Hamburger Grundschulen profitierten, hieß es. Die Schulschließungen im Rahmen des ersten Lockdowns von März bis Mai 2020 führten dagegen laut Untersuchung nur zu geringen Lernrückständen.

Der zweite Lockdown begann im Dezember 2020 und dauerte bis Frühjahr dieses Jahres. „Fernunterricht war und ist kein Ersatz für den Unterricht in der Schule“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). „Die Schulschließungen haben gerade bei Kindern aus sozial benachteiligten Stadtteilen zu deutlichen Lernrückständen geführt.“ Die Hamburger Untersuchung sei zurzeit vermutlich die einzige Studie dieser Größenordnung in Deutschland.

Laut Schulbehörde ist es eine schwierige Aufgabe, diese Lernrückstände aufzuholen. „Damit das gelingt, setzt Hamburg jetzt das größte Lernförderungsprogramm der letzten Jahrzehnte um“, berichtete Rabe. Die Bundesregierung und die Landesregierungen hätten ein gemeinsames Lernförderprogramm vereinbart. Hamburg bekommt nach Angaben der Behörde in diesem und dem nächsten Jahr rund 26 Millionen Euro für zusätzliche Lernförderkurse und weitere rund 26 Millionen Euro für Angebote zur sozialen und psychischen Stärkung der Kinder und Jugendlichen.