Thüringen fördert Forschung zu Gipsersatz und Gipsrecycling

Von dpa

Erfurt/Weimar - Thüringen will die Gipskarstgebiete im Norden des Landes schonen und fördert die Forschung zu Alternativen zum Naturgips. Rund 2,2 Millionen Euro würden für einen Forschungsverbund zu nachhaltigem Bauen in Weimar zur Verfügung gestellt, teilte das Wissenschaftsministerium am Donnerstag in Erfurt mit. Es gehe um Projekte zu Gipsersatzstoffen und zum Gipsrecycling.

Jeweils 750.000 Euro gingen an das F.A.Finger-Institut für Baustoffkunde (FIB) und die Materialforschungs- und Prüfanstalt (MFPA) der Bauhaus-Universität sowie an das Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) Weimar.

Gut die Hälfte des Gipsbedarfs in Deutschland - rund sechs Millionen Tonnen - würden derzeit als Nebenprodukt bei der Kohleverstromung in Kraftwerken gewonnen, so das Ministerium. Zudem würden etwa fünf Millionen Tonnen in Steinbrüchen - darunter bei Nordhausen - abgebaut. Mit dem bis 2038 vorgesehenen Kohleausstieg und dem Wegfall von Kraftwerksgips würden marktfähige Gipsersatzstoffe sowie das Gipsrecycling an Bedeutung gewinnen.

Laut Ministerium will das FIB nachwachsende Rohstoffe und mineralische Sekundärrohstoffe nutzen. Die MFPA habe das Ziel, aus Ersatzbaustoffen Leichtgipse aus Schaumgips herzustellen, und das IAB konzentriere sich auf Verfahren zum Gipsrecycling aus Bauabfällen. Mit rund 300 Wissenschaftlern verfügt Thüringen laut Ministerium über eine bundesweit einmalige Forschungsdichte in diesem Bereich.