Tödliche Messerstiche in Berlin-Marzahn

Von dpa
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife.
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) – - Nach tödlichen Messerstichen in der Nähe eines Wohnheimes in Berlin-Marzahn hat der mutmaßliche Täter zu Prozessbeginn am Dienstag geschwiegen. Der 39-Jährige soll im November 2020 in einer Auseinandersetzung einen 41-Jährigen mit einem Messer attackiert haben. Das Opfer wurde laut Anklage im Oberkörper getroffen. Der Mann sei drei Tage später in einem Krankenhaus gestorben. Dem 39-Jährigen wird Totschlag zur Last gelegt. Zudem wird ihm vorgeworfen, sieben Monate vor dem tödlichen Streit einen   anderen Mann verletzt zu haben.

Der Verteidiger des Angeklagten mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit sagte am Rande der Verhandlung am Landgericht Berlin, er gehe von Notwehr aus. So hätten es zwei Männer nach dem Streit in der Nähe eines Wohnheimes für Obdachlose bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Ermittler hätten den Zeugen allerdings nicht geglaubt. Sein Mandant sei bei dem Geschehen zudem erheblich verletzt worden - „aus meiner Sicht waren es Abwehrverletzungen“, sagte der Anwalt. 

Im zweiten Fall der Anklage geht die Staatsanwaltschaft von einer gefährlichen Körperverletzung aus. Im April 2020 soll der 39-Jährige, der obdachlos gewesen sein soll, einen Mann im Stadtteil Hellersdorf geschlagen und mit einem Messer verletzt haben. „Das Herz wurde lediglich um einen Zentimeter verfehlt“, heißt es in der Anklage. 

Als erste Zeugen hatte das Gericht die beiden Männer geladen, die das Geschehen beobachtet und später von Notwehr gesprochen haben sollen. Die 33- und 43-Jährigen machten jedoch von einem Schweigerecht Gebrauch. Der Prozess wird am 8. Juli fortgesetzt.