U-Ausschuss Hohenschönhausen legt Abschlussbericht vor

Von dpa 30.08.2021, 17:43 • Aktualisiert: 31.08.2021, 12:08
Das Schild mit der Aufschrift „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“.
Das Schild mit der Aufschrift „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“. Paul Zinken/dpa/Symbolbild

Berlin - Nach rund eineinhalb Jahren Aufklärungsarbeit legt der Untersuchungsausschuss zur Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen heute seinen Abschlussbericht vor. Er sollte die Vorgänge um die Entlassung des Leiters der Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, im November 2018 prüfen. Knabe soll nicht entschieden genug gegen mutmaßliche sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen durch seinen Stellvertreter vorgegangen sein, bestritt das jedoch. Ein Rechtsstreit endete mit einem Vergleich, der Chefposten wurde neu besetzt.

Der Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses war mit den Stimmen der Opposition eingesetzt worden. Sie vermutete, Knabe habe aus politischen Gründen gehen müssen. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte im Ausschuss bekräftigt, Knabe habe monatelang nichts gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung unternommen. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), damals noch Landeschefin ihrer Partei, hatte die Entlassung verteidigt.

Mehrere Volontärinnen, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen hatten der Führungsetage der Gedenkstätte sexistisches Verhalten vorgeworfen und sowohl an Grütters als auch Lederer geschrieben. Lederer ist Vorsitzender des Stiftungsrates, der die Kündigungen Knabes und seines Vizes einstimmig beschloss.

Im Abschlussbericht heißt es, es gebe keinerlei Belege dafür, dass die Kündigung Knabes politisch motiviert gewesen sei. CDU und FDP sehen das allerdings anders und kritisierten in einem Sondervotum zum Abschlussbericht, die Chronologie der Ereignisse lese sich „wie die Geschichte einer Absetzung“.