Ullrich: Politikverdrossenheit in Südthüringen extrem

Von dpa
Frank Ullrich, Spitzenkandidat der SPD für die Bundestagswahl.
Frank Ullrich, Spitzenkandidat der SPD für die Bundestagswahl. Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erfurt - In Südthüringen gibt es nach Ansicht des SPD-Bundestagskandidaten Frank Ullrich einen massiven Vertrauensverlust in die Politik. „Die Politikverdrossenheit bei uns ist extrem“, sagte Ullrich, der gegen den umstrittenen CDU-Bewerber Hans-Georg Maaßen antritt, der „Welt am Sonntag“. Viele Menschen vor Ort sagten ihm, dass sie sich gesamtgesellschaftlich gesehen noch nie so unwohl gefühlt hätten. „So manches erinnert an die Wendezeit.“

Ein Umdenken könne man nur erreichen, wenn man tagtäglich die Nähe zu den Menschen suche. Sie müssten spüren, dass man ihnen ehrlich zuhört. „Von der Kanzel herunter wurde schon viel palavert.“

Seinem Kontrahenten Maaßen habe er bislang weder die Hand geschüttelt, noch ihm in die Augen geschaut, sagte Ullrich. Ab und an schlage der aber auch dort auf, wo er unterwegs sei. Als er hörte, dass Maaßen als volksnah gilt und versuchen würde mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, habe er schmunzeln müssen: „Das aber habe ich von ihm, wenn ich ihn sah, noch nie erlebt.“

Ullrich tritt im umkämpften Südthüringer Wahlkreis 196 gegen den früheren Chef des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen (CDU) an. Die Kandidatur Maaßens hatte bundesweit Wellen geschlagen und auch parteiintern für Kritik gesorgt. Maaßen ist wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung politisch umstritten.