Unterstützung für die Schwalbe: NABU ehrt Vogelfreunde

Von dpa
Eine Rauchschwalbe (Hirundo rustica) sitzt auf einem Holzpflock.
Eine Rauchschwalbe (Hirundo rustica) sitzt auf einem Holzpflock. Soeren Stache/dpaZentralbild/dpa/Archivbild

Schwerin - Die Naturschutzorganisation NABU wirbt für die Schaffung und den Erhalt von Brutstätten für Schwalben. „Rauch- und Mehlschwalben sind Kulturfolger und leben in der unmittelbaren Nähe des Menschen. Deshalb ist es für die gefährdeten Tiere entscheidend, dass wir ihnen Zugang zu Ställen gewähren und ihre Nester an Fassaden dulden“, erklärte der Vogelschutzbeauftragte beim NABU Mecklenburg-Vorpommerns, Benjamin Weigelt, am Mittwoch in Schwerin.

Nach seinen Angaben hat der Verband bislang an etwa 1400 Besitzer von Häusern, Ställen, Scheunen und anderen Wirtschaftsgebäuden im Land die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ vergeben. Mit der Aktion solle die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen erhöht werden.

Die Bestände der Zugvögel, deren Brutzeit zwischen April und August liegt, nehmen seit Jahren ab. Als Hauptgründe gelten das verringerte Nahrungsangebot durch den Rückgang der Insekten und die oft schwierige Suche nach geeigneten Nistplätzen.

Laut Weigel hat sich der Bestand der Rauchschwalben in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb von zwanzig Jahre von 100.000 auf unter 70.000 Paare verringert, bei den Mehlschwalben sei der Rückgang von 180.000 auf 97.000 Paare noch drastischer.

Früher genutzte Viehställe seien verschwunden oder verschlossen, stellte Weigelt fest. Alte Nester seien bei der Rückkehr der Vögel aus dem Süden von Hauswänden gesetzeswidrig entfernt. Nicht nur die Schwalben, auch ihre Nester würden unter Schutz stehen. Oft verhinderten Netze und Stacheln den Anflug an bevorzugte Nischen.