Urteil nach Auswertung verschlüsselter Handydaten in Bremen

Von dpa
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Bremen - Wegen Drogenhandels und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz hat das Landgericht Bremen einen 30-Jährigen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt. Es handele sich um das erste Urteil in einem sogenannten Encrochat-Verfahren, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Verschlüsselte Handys des Providers Encrochat wurden vor allem von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich war es im vergangenen Jahr gelungen, mehr als 20 Millionen geheime Nachrichten abzuschöpfen.

In ihrer Urteilsbegründung führte die Kammer aus, dass sie keinerlei Zweifel an der Verwertbarkeit der durch französische Behörden erlangten Encrochat-Daten hat, hieß es weiter. Das Landgericht Bremen ordnete auch die Einziehung von 406 925 Euro bei dem Angeklagten an. Laut Staatsanwaltschaft soll der 30-Jährige seit Dezember 2019 mit Marihuana und Kokain im großen Stil gehandelt haben. Dadurch soll er etwa 1,2 Millionen Euro erlangt haben.

Das niedersächsische Landeskriminalamt hatte vor kurzem mitgeteilt, dass die Auswertung von Encrochat-Daten allein in Niedersachsen zu mehr als 145 Ermittlungsverfahren geführt habe.