Vaterschaftstest: Mann soll Bruder zur Probe geschickt haben

Von dpa 07.07.2021, 13:38

Aurich/Oldenburg - Um die Vaterschaft eines Kindes nicht anerkennen zu müssen, soll ein Mann seinen Bruder zum gerichtlich angeordneten DNA-Test geschickt haben. Wie das Oberlandesgericht Oldenburg am Mittwoch mitteilte, war sich eine junge Frau aus Ostfriesland sicher, wer der Vater ihrer im Jahr 2020 geborenen Tochter ist. Der Mann widersprach, daraufhin holte das Amtsgericht Aurich ein DNA-Gutachten ein.

Die untersuchte Speichelprobe ergab, dass der Mann nicht der Vater ist. Die Frau blieb bei ihrer Aussage und vermutete, der Mann könnte zur Entnahme der DNA-Probe seinen Bruder geschickt haben, der ihm sehr ähnlich sehe.

Das Oberlandesgericht ordnete daraufhin eine zweite Probe an. Diesmal sollte die junge Mutter dabei sein und den Mann identifizieren. Das Ergebnis war klar: Der Mann ist der Vater des etwa eineinhalb Jahre alten Mädchens.

Das Gericht hat die Staatsanwaltschaft informiert, die ein Verfahren gegen den Mann und seinen Bruder wegen versuchten Betruges prüft. Der Beschluss des Oberlandesgerichts stammt vom 19. April und wurde erst jetzt mitgeteilt. (Az. 3 UF 138/20)