Verband: „Impfturbo der Hausärzte“ kommt zum Erliegen

Von dpa
Eine Impfung wird durchgeführt
Eine Impfung wird durchgeführt Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Schwerin - Nach Ansicht des Hausärzteverbandes Mecklenburg-Vorpommern bekommen Praxen gerade für die Erstimpfungen gegen das Coronavirus zu wenig Impfstoff. „Wir sind angehalten, mit den vorhandenen Dosen vorrangig Menschen zu impfen, die die Zweitimpfung benötigen“, sagte der Vorsitzende Stefan Zutz in einer am Donnerstag in Schwerin veröffentlichten Mitteilung. Der „Impfturbo der Hausärzte“ komme zum Erliegen.

„Nach wie vor werden die Impfzentren deutschlandweit zuerst bedacht und wir Hausärzte bekommen, was übrig bleibt. Das führt zu einer großen Verärgerung in den Praxen, sowohl bei den Patienten als auch bei den Ärzten“, stellte Zutz fest. Es bedarf verlässlicher Impfstoffmengen, um die Herdenimmunität schnell zu erreichen. Diese sei voraussichtlich erst bei 80 Prozent geimpfter Menschen gegeben.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) wurden bislang etwa 42 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern einmal geimpft, rund 15 Prozent zweimal.

Der Nordosten hat bislang rund 725 000 Impfdosen erhalten, wie aus Informationen hervorgeht, die das Bundesgesundheitsministerium den Ländern zur Vorbereitung der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag geschickt hat. Von diesen Dosen hat MV demnach bislang 83 Prozent verabreicht, was unter dem Bundesschnitt von 88 Prozent liegt. Einen geringeren Wert hat den Angaben zufolge nur Brandenburg, das bei 76 Prozent liegt.

Bei einem sogenannten Impfgipfel wollten am Donnerstag Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen bei den Corona-Schutzimpfungen beraten. Dabei geht es etwa um das Impfen bei Kindern und Jugendlichen, die mindestens zwölf Jahre alt sind.